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Troisdorf
Kutschen-Unfall: Schwerverletztes Kind noch immer in Klinik

Troisdorf. Nachdem am Sonntag beim internationalen Herbstmarkt in Troisdorf die Pferde einer zweispännigen Kutsche durchgegangen sind, spricht die Polizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis nunmehr von 22 Verletzten. Die ursprüngliche Zahl von 19 Verletzten korrigierte sie nach oben, da sich drei weitere Personen nach dem Unfall nicht beim Notfallteam gemeldet hatten. Von Oliver Burwig und Emily Senf

Unter den Verletzten befinden sich auch drei Kinder unter sieben Jahren, eines von ihnen und zwei Erwachsene befinden sich derzeit mit schweren Verletzungen in stationärer Behandlung.

Kutscher trifft wohl keine Schuld

Am Sonntagnachmittag stand die Kutsche – ein größerer Planwagen, der von zwei Kaltblütern gezogen als Besuchershuttle dienen sollte – mit angezogener Bremse in der Römerstraße. Ihr Fahrer hielt die beiden Pferde am Zügel, als diese aus bisher ungeklärten Umständen plötzlich losrannten. "Uns liegen keine Hinweise auf Fremdeinwirkung vor", sagte Polizeisprecher Burkhardt Rick.

Der Kutscher habe die nötigen Ausweisdokumente, darunter das deutsche Fahrabzeichen und verschiedene Sachkundenachweise, besessen und nach Kenntnis der Polizei keine Pflichtverletzung begangen. "Er saß nicht auf dem Bock, hielt die Pferde aber am Zügel", sagte Rick. "Das ist soweit in Ordnung." Um mehr über die Ursache sagen zu können, müsse die Polizei noch die vielen Festbesucher vernehmen, die den Unfall beobachtet hatten.

"Gut ausgebildetes Kutschpferd geht normalerweise nicht durch"

Lutz Schmitz, Geschäftsführer der deutschen "Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer" (VFD) sieht den Vorfall kritisch: "Ein gut ausgebildetes Kutschpferd geht normalerweise nicht durch." Wenn die Kutsche in einem ordnungsgemäßen Zustand und die Pferde richtig ausgebildet seien, könne "so etwas eigentlich nicht passieren." Er warne davor, ohne umfassendes Training eine Kutsche steuern zu wollen.

Auch Friedhelm Tillmann, dessen Gestüt "Gut Neuhaus" in Grevenbroich Pferde für Schützenfeste und Kutschen stellt, habe der Vorfall überrascht: "Die Leine ist das allerletzte, was man aus der Hand gibt." Er sei verwundert, dass der Fahrer die Pferde nicht gehalten bekommen habe. Tillmann erinnere sich jedoch auch an einen Fall, bei dem eines seiner erfahrenen Pferd auf einem Schützenfest nach einem Wespenstich "ausgerastet" sei. "Da war kein Halten mehr", sagte Tillmann.

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