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Lebensgefährliche Verletzung
Türsteher verprügelt: Haftstrafe für zwei Männer

Lebensgefährliche Verletzung: Türsteher verprügelt: Haftstrafe für zwei Männer
Einer der beiden Angeklagten (M) zu Beginn des Prozesses im Landgericht Detmold zusammen mit den Verteidigern Mario Prigge (l) und Holger Rostek. FOTO: dpa, ok kno
Detmold. Ein Türsteher erteilt drei Männern Disko-Verbot. Monate später üben die fürchterliche Rache - doch das letzte Wort hat die Justiz.

Weil er mit zwei weiteren Männern einen Türsteher lebensgefährlich verletzt hat, ist am Freitag ein 30-jähriger Mann vom Landgericht Detmold zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Ein 29-jähriger Mitangeklagter erhielt wegen Beihilfe eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten. Der dritte mutmaßliche Täter ist bislang nicht bekannt.

Der 38-jährige Türsteher hatte der Clique Hausverbot in einer Diskothek erteilt, Monate später griffen die Männer ihn in einem Einkaufszentrum in Bad Salzuflen an. Der Ältere bedauerte das im Prozess und entschuldigte sich bei dem Opfer. Er habe aber den Türsteher nicht töten wollen, beteuerte er in einer Erklärung, die sein Anwalt verlas. Die Anklage ging von einem Mordversuch aus.
Verurteilt wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung. Ob der zweite Angeklagte auch selbst zugeschlagen hatte, konnte nicht geklärt werden. Er äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Opfer und Angreifer kannten sich nach eigener Aussage gut. Die Angeklagten waren Stammgäste in der Herforder Diskothek, für die der 38-Jährige den Einlass regelte. Vor Gericht schilderte er den Angriff ausführlich. Unter anderem erlitt er dabei Kiefer- Nasen- und Jochbeinbrüche. Die Staatsanwaltschaft hatte für den älteren mutmaßlichen Angreifer drei Jahre und sechs Monate, für den zweiten sechs Monate Haft gefordert.

Zusätzlich zu ihrer Haft- und Bewährungsstrafe müssen sie dem Opfer 25 000 Euro Schmerzensgeld und 3 000 Euro wegen Verdienstausfalls zahlen. Ihre Anwälte kündigten Revision an.

(lnw)