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Unicef-Studie
35 Prozent der Kinder im Ruhrgebiet leben in Armut

Unicef-Studie: 35 Prozent der Kinder im Ruhrgebiet leben in Armut
In Deutschland ist die Kinderarmut nach einer neuen Untersuchung gestiegen (Symbolbild). FOTO: dpa, ppl;cse dbo lof
Düsseldorf . Das Kinderhilfswerk Unicef warnt in einem aktuellen Bericht vor steigender Kinderarmut in Deutschland. Auffällig sind unter anderem die extremen regionalen Unterschiede. Vor allem das Ruhrgebiet ist betroffen.  Von Susanne Hamann

Im internationalen Vergleich wachsen die meisten Mädchen und Jungen in der Bundesrepublik zwar in begünstigten materiellen und sozialen Verhältnissen auf. Vor allem bei Kindern von alleinerziehenden Elternteilen sowie aus Zuwandererfamilien gibt es laut dem Bericht jedoch ein deutlich erhöhtes Armutsrisiko. 

Als Indikator für relative Kinderarmut in Deutschland gilt, wenn die Familie weniger als 50 Prozent des mittleren Einkommens (Medianeinkommen) zur Verfügung hat. Dies gelte derzeit bundesweit für ein Viertel der betroffenen Haushalte (24 Prozent), so der Bericht. Durch staatliche Transferleistungen sinkt diese Quote auf sieben Prozent.

Die Analyse, die von dem Berliner Mikrosoziologen Hans Bertram für Unicef erstellt worden ist, zeigt auch große regionale Unterschiede auf.  Am schlimmsten von Armut betroffen sind in Deutschland demnach Kinder im Ruhrgebiet. 

Ein Überblick über die Kinderarmut bei unter Dreijährigen in NRW laut Unicef:

  • Essen: rund 35 Prozent 
  • Dortmund: rund 35 Prozent
  • Köln: rund 22 Prozent
  • Düsseldorf: 20 Prozent

Zum Vergleich: München hat mit 11 Prozent die niedrigste Quote. Berlin liegt mit etwa 33 Prozent knapp hinter Dortmund. In Nürnberg und Hamburg leben etwa 20 Prozent der unter Dreijährigen von Hartz IV. 

Deutlich verbessert hat sich die Situation in den neuen Bundesländern: So leben in Dresden nur noch 15 Prozent der Kinder von sozialen Transferleistungen. In Leipzig hat sich der Wert in den vergangenen Jahren von 40 auf 25 Prozent verbessert.

Unicef rät in dem Bericht dazu, in Deutschland mehr Unterstützung für Kinder und Frauen aus Zuwandererfamilien zu schaffen. Zudem sollten spezielle Transferleistungen für Familien wie etwa eine Kindergrundsicherung entwickelt werden, damit alle Kinder unabhängig von der Lebensform ihrer Eltern vor relativer Armut geschützt werden könnten, so der Bericht.

 

(ham)
 
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