Sturmschäden in NRW

"Burglind" beschert Feuerwehr und Polizei viel Arbeit

Düsseldorf. Umgekippte Bäume auf den Straßen und Zugausfälle - am Mittwochmorgen fegte Sturmtief "Burglind" durch den Südwesten von NRW. Polizei und Feuerwehr waren vielerorts im Dauereinsatz. Ein Überblick.

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Die heftigen Orkanböen sind zwar vorbei - trotzdem warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) weiterhin vor möglichen Sturmschäden in Nordrhein-Westfalen. Noch bis zum Abend seien starke Regenfälle und Sturmböen bis Windstärke 10 möglich, sagte die Meteorologin vom Dienst am Mittwoch in Essen. Für ganz NRW gilt weiterhin die Warnstufe 2, bei der vor entwurzelten Bäumen und herumgewirbelten Dachziegeln gewarnt wird. Die Warnung vor Sturmböen des DWD gilt bis in die Nacht.

Am Mittwochmorgen hatte Sturmtief "Burglind" in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens Bäume umstürzen lassen und teilweise auch Straßen überflutet. In Aachen und Köln gab es Orkanböen mit Windstärke 12.

Sturmtief "Burglind" trifft mit Orkanböen auf NRW FOTO: Oliver Berg/dpa

Die Feuerwehren der Region meldeten im Tagesverlauf deutlich mehr Einsätze als üblich – dramatisch war die Lage aber nicht, hieß es. Bei den Einsätzen handelte es sich hauptsächlich um umgestürzte Bäume auf Verkehrswegen und gelegentlich kleinere Überflutungen. In ganz NRW wurden drei Menschen bei witterungsbedingten Verkehrsunfällen schwer verletzt, teilte das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste mit. 

Züge fahren nur eingeschränkt

Die Deutsche Bahn hatte wegen der vom Sturmtief "Burglind" verursachten Schäden am Morgen mehrere Strecken im Fern- und im Regionalverkehr gesperrt. Die Beeinträchtigungen ziehen sich auf einigen Strecken am Abend noch hin, einige Störungen sollen voraussichtlich erst am Donnerstag behoben sein. Hier gibt es eine Übersicht über Ausfälle, Verspätungen und Umleitungen in NRW.

Auch auf den Autobahnen der Region kam es wegen umgestürzter Bäume zu Verkehrsbehinderungen. Auf der A57 in Richtung Köln zwischen der Raststätte Nievenheim West und der Anschlussstelle Worringen waren der rechte Fahrstreifen und der Standstreifen blockiert. Zum Abend hin beruhigte sich die Lage. Der Landesbetrieb Straßen.NRW hält Autofahrer hier auf dem Laufenden. 

Die Städte und Regionen im Einzelnen:

Bei der Rheinbahn gab es am Morgen Probleme wegen mehrerer durch den Sturm verursachter Störungen. Mittlerweile sollen sie aber wieder behoben sein. 

Sturmschäden im Düsseldorfer Stadtgebiet FOTO: Jan Wiefels

Die Leitstelle der Feuerwehr meldete mehrere Einsätze. An verschiedenen Stellen im Stadtgebiet musste die Feuerwehr Bäume und Äste von Straßen und Schienen holen. Auch auf der Kö lagen heruntergefallene Äste auf den Gehwegen.

Das Unwetter zog am frühen Morgen über die Stadt und richtete Schäden an. Die Feuerwehr rückte zu 387 Einsätzen aus. Mitarbeiter des Kölner Grünflächenamts kontrollierten sämtliche Parks und Grünflächen. Der Lindenthaler Tierpark, der Forstbotanische Garten und viele Friedhöfe blieben vorerst geschlossen.

In Leverkusen stürzten mehrere Bäume um. Zudem stellte die Rheinfähre in Hitdorf zeitweise ihren Betrieb ein.

In Mönchengladbach deckte der Sturm am Morgen das Dach einer Lagerhalle ab. Die Halle darf vorerst nicht mehr betreten werden.

Kurz vor dem Bahnhof Viersen saßen Passagiere des RE13 stundenlang fest, weil ein Baum auf die Oberleitung gefallen war. Zudem waren mehrere Straßen überflutet.

Schäden durch Sturmtief "Burglind" in ganz Deutschland FOTO: Frank Rumpenhorst/dpa

Der Deutsche Wetterdienst gab am frühen Mittwochmorgen eine amtliche Unwetterwarnung für Leverkusen und das bergische Land heraus. Größere Schäden blieben aber aus. 

Die Feuerwehr in Remscheid war vor allem damit beschäftigt, Bäume und Äste von Verkehrswegen zu räumen. Ähnliches meldeten die Feuerwehren aus Wermelskirchen, Hückeswagen und Radevormwald. Probleme könnte es aber noch mit Hochwasser geben. Viele Talsperren müssen Wasser ablassen. 

Auch im Kreis Mettmann meldete die Feuerwehr mehrere Einsätze, die Freiwilligen Feuerwehren aus Breitscheid und Lintorf halfen der Ratinger Berufsfeuerwehr. In Haan ist ein Bus gegen einen umgestürzten Baum gefahren. Ein Ast durchbohrte die Scheibe des Busses. Er verfehlte den Fahrer nur knapp. In Ratingen stürzte ein Baum auf ein Haus und beschädigte es stark.

Der Wuppertaler Zoo blieb am Mittwoch geschlossen. Auf dem Gelände stehen viele alte Bäume. 

Die Feuerwehr im Rhein-Kreis Neuss meldete einige Einsätze wegen umgestürzter Bäume. Größere Einsätze habe es aber nicht gegeben.

In Krefeld kam es in der A44-Auffahrt Krefeld-Forstwald Richtung Mönchengladbach zu einem Unfall mit einem Lkw. Der starke Wind drückte einen Lkw-Anhänger gegen eine Leitplanke, dadurch kam das Fahrzeug ins Schleudern. Insgesamt musste die Feuerwehr bis Mittag 31 Mal in Krefeld ausrücken.

Rund 40 Mal rückte die Duisburger Polizei in den Morgenstunden aus. Umgefallene Bäume, herunterstürzende Dachpfannen, umherfliegende Holzverkleidungen und auf die Fahrbahn gefallene Baustellenabsperrungen beschäftigten die Einsatzkräfte. Verletzte gab es keine. 

Im Kreis Wesel musste die Polizei am Vormittag 29 Mal wegen des Unwetters ausrücken. Es stürzten Bäume auf die Straße, Bauzäune wurden auf die Fahrbahn geweht. In Xanten fiel eine Schrankenanlage an einem Bahnübergang für mehrere Stunden aus. Es gab langen Stau.

Die Bonner Feuerwehr war nach eigenen Angaben am Morgen im Dauereinsatz. Am Morgen waren rund 100 Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr im Bonner Stadtgebiet im Einsatz.

Rund 60 Sturmeinsätze wurden der Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst bis sieben Uhr am Morgen gemeldet. 

Was am Morgen los war, lesen Sie hier.

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