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Unwetter in NRW
Tief "Friederike" ist noch für schlimme Überraschungen gut

Unwetter, Regen, Gewitter: So wird das Wetter am Mittwoch in NRW
FOTO: dpa, obe tba
Düsseldorf. Das Unwetter am Montag hat in NRW erhebliche Probleme verursacht. Ein Experte vom Deutschen Wetterdienst warnt vor der nächsten Schlechtwetterfront am Mittwoch. Dann kann es erneut schlimm werden. Eine Vorschau.  Von Merle Sievers

Viele Menschen in Nordrhein-Westfalen wurden von dem Tief "Elvira" am Montag im wahrsten Sinne des Wortes kalt erwischt. Und das nächste Unwetter ist schon im Anmarsch. Der Meteorologe Frank Molé vom Deutschen Wetterdienst in Essen beantwortet die wichtigsten Fragen für die kommenden Tage. 

Wie wird das Wetter in den nächsten Tagen in NRW? 

Nach "Elvira" kommt "Friederike", ein weiteres Tief, das im Schlepptau von "Elvira" auf NRW zugesteuert kommt. Am Mittwoch wird das Tief im Laufe des Vormittags mit Regen aufziehen. In Düsseldorf rechnet der Meteorologe gegen 9 Uhr mit den ersten Regenschauern. Die Unwettergefahr im Rheinland ist auch am Mittwoch erhöht. 

Immerhin bleibt den Einwohnern ein Temperatursturz erspart. Mit Werten um die 21 Grad wird der Mittwoch sogar etwas noch etwas wärmer als die letzten Tage. 

Blitzschlag und Überflutungen bei Unwetter in NRW FOTO: dpa, mku sab

Das Besondere an dem Tiefdruckgebiet "Friederike" ist, dass es ebenso wie sein Vorgänger von Osten auf das Bundesland zukommt. "Normalerweise erwischen uns die Gewitter in NRW immer von Süd-Westen und sind dann in der Regel kurz und schmerzlos. Aber wenn ein Tief von Osten kommt, ist das immer schlecht. Da hängt oft viel Chaos mit drin", sagt Molé im Gespräch mit unserer Redaktion. 

Wird es genauso schlimm wie am Montag? 

"Ja, damit ist eindeutig zu rechnen", so Molé. Das Tief "Friederike" birgt definitiv mehrere Gewitter sowie Starkregenfälle. Am Montag sind durchschnittlich 25 bis 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in NRW gefallen, eine ähnliche Menge wird auch für Mittwoch erwartet. 

Allerdings werden sich die Unwetter voraussichtlich über den ganzen Tag verteilen und sich anders als am Montag nicht bloß auf den Vormittag konzentrieren. Auch in der Nacht kann es noch zu starken Regenfällen kommen. 

Überflutungen durch Unwetter in Dinslaken FOTO: Christoph Reichwein

Welche Regionen in NRW sind genau betroffen? 

Wo genau die Starkregenfälle runterkommen, ist unklar. Der Experte will sich nicht auf Spekulationen einlassen: "Wir können mit Sicherheit sagen, dass es wieder starke Niederschläge und Unwetterzellen über Nordrhein-Westfalen geben wird. Aber an welchen Orten die Auswirkungen genau zu spüren sein werden, ist absolut nicht zuverlässig vorherzusagen", sagt Molé. Der Grund: Die Gewitter, die am Mittwoch den Starkregen bringen, existieren noch nicht. Eine Gewitterzelle fängt ganz klein an und kann sich je nachdem, an welchem Ort sie entsteht, zu einem großen Pulk entwickeln - oder eben nicht.  "Eine Ortsabweichung von 50 Kilometern kann da viel ausmachen", so der Meteorologe. Grundsätzlich ist das gesamte Bundesland von der Unwetter-Front betroffen. 

Wann wird es endlich wieder besser? 

Nach so viel schlechtem Wetter scheint auch irgendwann wieder die Sonne. In der Nacht zu Donnerstag können sich noch mehrere Gewitter über NRW entleeren, doch im Verlauf der Nacht zieht "Friederike" voraussichtlich in südwestlicher Richtung ab. Allerdings steigen die Temperaturen am Donnerstag auf 23 Grad an. 

Bis zum Wochenende bleibt uns wohl das wechselhafte Wetter erhalten. "Der Montag kann dann endlich wieder richtig schön werden", sagt Molé mit Blick auf sein Wetterradar. "Aber bis dahin vergehen noch ein paar gewittrige Tage. "'Friederike' ist noch für einige schlimme Überraschungen gut." 

Was macht die Tierwelt?

Übrigens: Nach den schweren Unwettern mit viel Regen ist in den kommenden Wochen in Deutschland mit besonders vielen Mücken zu rechnen. Darauf hat am Dienstag die Deutsche Wildtier Stiftung in Hamburg hingewiesen. "Überflutete Wiesen und Äcker sowie große Pfützen sind perfekte Brutstätten für Mücken", sagte eine Sprecherin der Stiftung. "In kurzen Abständen legt eine einzige Mücke jetzt zwischen 80 und 200 Eier in stehende Gewässer; nach einem zweiwöchigen Larvenstadium schlüpft die nächste Generation." Bei höheren Temperaturen nach dem Regen wirke die Wärme zusätzlich wie ein Brutbeschleuniger. Nur die weiblichen Mücken stechen; sie brauchen das Blut für ihre Brut.

Wie sich das Unwetter am Montag auf die Region auswirkte, erfahren Sie hier. 

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