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Mindestens sechs Tote
Unwetter richtet immense Schäden in der Region an

Unwetter Ela sorgt für Schäden in NRW
Unwetter Ela sorgt für Schäden in NRW FOTO: Hammer, Linda
Düsseldorf. Bei dem schweren Unwetter am Montagabend in NRW sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Allein in Düsseldorf gab es drei Tote und mehrere Verletzte, als eine Pappel auf ein Gartenhaus stürzte.  Von Urs Lamm, Judith Conrady und Frank Kirschstein

+++ NRW-Bahn und Flughafen Düsseldorf stellte Betrieb ein
+++ Düsseldorfer Rheinbahn fährt auf unbestimmte Zeit nur noch unterirdisch
+++ Schwere Schäden in Düsseldorf
+++ Schützenzelt auf der Neusser Furth eingestürzt
+++ Unwetterwarnung inzwischen aufgehoben

Wie die Düsseldorfer Feuerwehr berichtet, hatten mehrere Menschen in dem Gartenhaus Schutz vor dem Unwetter gesucht. Feuerwehrleute konnten aus den Trümmern des Gartenhauses neben den Toten noch zwei Schwerverletzte und einen Leichtverletzten retten.

So traf das Unwetter Düsseldorf FOTO: Susanne Hamann

In Krefeld-Hüls wurde ein Mann von einer herabfallenden Oberleitung getroffen und tödlich verletzt.

Nach Angaben der Polizei in Köln wurde der noch nicht identifizierter etwa 50-jährige Mann gegen 22 Uhr im Stadtteil Flittard von einem Baum getroffen, der durch einen Blitz in zwei Teile geschlagen worden war.

Auch in Essen kam ein Mann ums Leben. Der 49-Jährige brach im Stadtteil Kray auf der Straße zusammen und konnte nicht mehr reanimiert werden. Nach Angaben der Feuerwehr ist unklar, ob sein Tod in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Unwetter steht. 

Zahlreiche Straßen in Düsseldorf sind durch umgeknickte Bäume blockiert. Die Rheinbahn hat den Verkehr auf allen überirdischen Strecken eingestellt, nur die U-Bahnen fahren noch. Man rechnet damit, dass "die Schadensbegrenzung noch länger andauern wird".  Wann die Bahnen wieder fahren können, ist unklar.

Der Düsseldorfer Flughafen stellte seinen Betrieb zwischen 21 und 22 Uhr ein. Mehrere Flugzeuge, die in Düsseldorf nicht landen konnten, wurden nach Köln umgeleitet. Von dort aus gestaltete sich die Heimreise für viele Passagiere chaotisch.

Der Bahnverkehr in ganz NRW wurde eingestellt. Noch in der Nacht saßen Fahrgäste in Zügen fest. Wann die Bahnen wieder fahren können, ist noch unklar.

Am Frankenplatz in Derendorf strömte Gas aus, weil eine Leitung beschädigt wurde. Die Anwohner mussten ins Freie, Stadtwerke und Feuerwehr waren im Einsatz. Gegen 23 Uhr hob der Deutsche Wetterdienst die Unwetterwarnung für die Region auf.

Kundgebung mit 50.000 Besuchern in Köln abgebrochen

Im Düsseldorfer Medienhafen an den Gehry-Bauten wurde ein Baum vom Blitz getroffen. Er stürzte um und blockiert Teile der Fahrbahn. An der Lindemannstraße in Düsseltal sind zahlreiche Bäume umgestürzt und haben Autos beschädigt. Auf dem Niederkasseler Deich bei Lörick sind ebenfalls zahlreiche Bäume umgeknickt. Mehr zu den Schäden in Düsseldorf finden Sie hier.

In Heiligenhaus hat mehrfach der Blitz eingeschlagen, Sirenen heulten. In Hilden musste die Feuerwehr ausrücken, weil Bäume auf die Straßen kippten. In Mettmann mussten diverse Straßen gesperrt werden, die Talstraße war überflutet. In Köln musste die Kundgebung zum Gedenken an den Nagelbombenanschlag vor zehn Jahren mit 50.000 Besuchern abgebrochen werden. Vielerorts ist der Strom ausgefallen - Leser berichten unter anderem von Problemen in Dormagen, Aachen und Essen. In Krefeld lief das Unwetter etwas glimpflicher ab.

In Erkelenz setzte ein Blitz das Dach eines Einfamilienhauses in Brand. Die Bewohner konnten sich unverletzt ins Freie retten. Der Schaden durch Brand und Löschwasser wurde auf 300 000 Euro geschätzt.

Schützenzelt auf der Neusser Furth eingestürzt

In Neuss auf der Furth ist beim Schützenfest das Festzelt eingebrochen. Die Festbesucher wurden in einer Turnhalle untergebracht. Auch in Grefrath musste das Schützenzelt evakuiert werden. Verletzt wurde niemand, das Zeltpersonal hatte beherzt eingegriffen, als das Zelt im Sturm plötzlich an zu beben und zu wackeln fing. "Alle raus", hieß es plötzlich, berichtet NGZ-Fotograf Lothar Berns, der unter den Gästen war. Die Gäste flüchteten sich in ein benachbartes Vereinsheim und brachten sich dort in Sicherheit. Einige wenige suchten auch im Toilettenwagen Schutz. Die Schützen aus Korschenbroich zeigten sich solidarisch. Sie luden die Further Schützen nach Korschenbroich zu Unges Pengste ein. Das Zelt in Korschenbroich hat keinen Schaden durch das Unwetter erlitten.

Das Fahrgeschäft "Breakdance" wurde stark beschädigt.

Frau erleidet Kreislaufzusammenbruch

Eine Frau erlitt dort einen Kreislaufzusammenbruch und wurde wenig später im Krankenwagen abtransportiert. Im Zelt krachten Balken von der Decke auf den Boden. Auch vor dem Toilettenwagten kamen Teile der Dachkonstruktion herunter. Das Zelt wird, so der Grefrather Schützenpräsident Kivelitz, Dienstag wahrscheinlich nicht wieder geöffnet werden können. Die Straße vom Grefrather Ortskern in Richtung Skihalle, eine Allee mit alten Bäumen, ist derzeit noch gesperrt. Lothar Berns berichtet von mehreren Bäumen, die auf parkende Autos gestürzt sind. Auch Dachziegel wurden vom Wind auf die Straße geschleudert. Mehr zu den Schäden in Neuss finden Sie hier.

Auch in Meerbusch-Büderich musste das Schützenzelt während des Fest- und Krönungsballs evakuiert werden. Mehrere Hundert Schützen mussten ins freie. Rund um den Kirmesplatz wurden Bäume entwurzelt.

Auf der A44 bei Jülich blockieren umgestürzte Bäume die Fahrbahn. .

In Essen waren am späten Montagabend Straßen wegen umgeknickter Bäume und herabgestürzter Äste gesperrt. Ein aufblasbares Planschbecken flog über Häuser hinweg.

In vielen Städten in der Region waren interessante Wolkenformationen am Himmel zu sehen, bevor das Gewitter losbrach. Die beeindrucken Unwetterfotos unserer Leser sehen Sie hier.

Auf Facebook berichten User von den Folgen des Gewitters. "Unnormal was hier los ist.. Mülltonnen fliegen durch die Gegend .. Starker Wind .. Unfassbar .. Noch nie sowas gesehen.. Linnich.. Nähe Aachen", schreibt Sabrina Theihsen aus Aachen. Auch am Sonntag hatte es in der Region Gewitter gegeben.

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