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Der Überblick
Unwetter treffen NRW hart

Juni 2016: Unwetter trifft Düsseldorf
Juni 2016: Unwetter trifft Düsseldorf FOTO: Patrick Schüller
Düsseldorf. Starker Regen hat im Westen von NRW schwere Schäden verursacht. In Düsseldorf waren alle verfügbaren Feuerwehren im Einsatz. Rhein- und Uni-Tunnel wurden wegen der Wassermassen gesperrt, inzwischen aber wieder freigegeben.  Von Christian Sieben

Die Lage im Überblick: 

Die Feuerwehr in Düsseldorf musste bis zum Abend mehr als 390 Mal ausrücken. Straßen standen unter Wasser, ungezählte Keller liefer voll. Binnen weniger Minuten waren die Rheintunnel überschwemmt. Zuerst kamen Autofahrer nur langsam voran, anschließend wurden die Tunnel gesperrt. Gleiches gilt für den Uni-Tunnel (A46). Die Rheintunnel konnten am späten Abend wieder freigegeben werden, der A46-Tunnel ist seit dem frühen Morgen in beiden Richtungen wieder frei. Besonders stark traf es den Süden und Osten der Stadt. In Eller standen Straßen knöcheltief unter Wasser. Die Feuerwehr sprach von einem Ausnahmezustand.   

Kreis Wesel: Hochwasser, Keller unter Wasser, Katastrophenalarm

Bei Xanten steckte ein Regionalzug zeitweise im Schlamm auf den Gleisen fest. Der Zug habe aber aus eigener Kraft zum nächsten Bahnhof fahren können. Die Bahnstrecke wurde gesperrt. Ebenfalls im Raum Xanten saßen Schüler auf einem Bauernhof fest, weil die Wassermassen die Zufahrtsstraßen unpassierbar gemacht hatte. "Die Schüler sind aber nicht in Gefahr. Sie sitzen trocken in einer Scheune und sind versorgt", erklärt die Feuerwehr. 

Im Kreis Kleve ist die Feuerwehr über Nacht zu etwa 220 Unwetter-Einsätzen ausgerückt. Meist ging es um überflutete Straßen und vollgelaufene Keller. Am frühen Morgen liefen  noch größere Feuerwehr-Einsätze in Straelen, Wachtendonk, Uedem, Rees und Kevelaer, wo in der Innenstadt Straßen unter Wasser stehen. Menschen kamen nicht zu Schaden. 

In Hamminkeln droht ein Deich zu brechen. Der Pegelstand der Issel lag am frühen Morgen bei etwas mehr als zwei Metern, zahlreiche Helfer sichern den Damm mit Sandsäcken. Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, sagt ein Sprecher des Kreises Wesel.

Auch im Rhein-Kreis Neuss waren die Feuerwehren ununterbrochen im Einsatz. Minütlich meldeten Hausbesitzer Keller, die unter Wasser standen. Unterführungen waren unpassierbar. Autos blieben auf überfluteten Straßen stecken. In der Kreisleitstelle in Neuss wurde Vollalarm ausgelöst. Besonders hart traf es den Stadtteil Dormagen-Nievenheim. Hier war das Ortskern komplett überflutet. 

In einer Bahnunterführung an der Schlüterstraße in Ratingen musste die Feuerwehr ein junges Paar aus einem Auto retten, das im etwa 80 Zentimeter tiefen Wasser ins Schwimmen geraten war. Bei einem anderen Einsatz mussten sich Rettungssanitäter und Notarzt von einem Anwohner in seinem Geländewagen zu einer gestürzten Patientin transportieren lassen, weil sie mit dem Rettungswagen nicht durchkamen. 

In Mönchengladbach kam es zu vereinzelten Sturmschäden. Im Stadtteil Eicken stürzte ein Baum um und begrub ein Auto unter sich. Menschen wurden nicht verletzt.

Mit weiteren Unwettern ist erst einmal nicht zu rechnen. Derzeit hat der Deutsche Wetterdienst alle Warnungen für die Region aufgehoben. Hier kommen Sie zur Unwetterkarte des Deutschen Wetterdienstes. 

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(csi)
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