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Unwetter mit Starkregen
Überschwemmungen und vollgelaufene Keller in NRW

Starkregen in Duisburg sorgt für Überflutungen
Starkregen in Duisburg sorgt für Überflutungen FOTO: Christoph Reichwein
Düsseldorf. Erneut sind Unwetter über die Region hinweggezogen. Besonders betroffen ist das Ruhrgebiet. In Duisburg wurden Straßen und Tunnel überflutet, in Mülheim hat die Feuerwehr wegen der Extremwetterlage alle Kräfte zusammengerufen. Experten warnen vor weiteren Gewittern.

Das Ruhrgebiet war besonders stark von den neuerlichen Unwetter betroffen. In Duisburg begann das Gewitter gegen 15.30 Uhr, auch dort kam es zu Überschwemmungen. Auf den großen Straßen in den Stadtteilen Neudorf und Wanheimerort herrschte Land unter, auf den überfluteten Straßen bildeten sich Staus. Der Tunnel Grunewald am Sternbuschweg wurde überflutet, dort standen mehrere Autos bis zum Dach im Wasser. Unser Fotograf Christoph Reichwein ist live beim Feuerwehreinsatz an dem Tunnel vor Ort. Hier gibt es sein Video:

Zahlreiche Keller und Plätze liefen voll. Die Feuerwehr Duisburg hat Vollalarm ausgelöst und sprach bis 17 Uhr von etwa 100 Einsätzen. Auch das Technische Hilfswerk ist im Einsatz. Berichte über Verletze gibt es bislang nicht. In einem Kindergarten an der Kaufstraße in Wanheimerort schlug ein Blitz ein, zu einem Brand kam es jedoch nicht. Die Kinder des Kindergartens waren nicht betroffen.

Hier geht es zu den Bildern aus Duisburg.

In Mülheim an der Ruhr löste die Feuerwehr am Nachmittag Vollalarm für alle einsatzfreien Kräfte und für die Freiwillige Feuerwehr aus. Die Einsatzorte erstreckten sich über das ganze Stadtgebiet. Zunächst gab es nach Angaben der Feuerwehr etwa 80 Einsätze. Auch in Essen liefen Keller und Unterführungen voll. Bäume knickten um und Äste fielen auf die Straßen, Gullydeckel wurden von den Wassermassen aus den Straßen herausgedrückt. Die S-Bahnlinie 6, die zwische Essen und Köln verkehrt, musste im Bereich Essen-Stadtwald nach einem Erdrutsch gesperrt werden. 

Die Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes, Stand 18.15 Uhr. Die schweren Unwetter ziehen in Richtung Niedersachsen ab. FOTO: DWD

Gegen 16.30 Uhr zog ein Gewitter mit extremem Starkregen über Gelsenkirchen hinweg. Die Feuerwehr meldete mehr als 60 Einsätze, Straßen und Keller wurden überflutet. Schwerpunkt des Unwetters seien der Norden und der Osten der Stadt gewesen. Mehrere Straßen mussten wegen Überflutung gesperrt werden. Die Feuerwehr weist darauf hin, dass noch bis 18 Uhr mit weiteren extremen Starkregenfällen gerechnet werden werden muss. Auch im Kreis Recklinghausen kam viel Regen herunter.

Wuppertal wurde bereits am Nachmittag von Starkregen getroffen. Die Wuppertaler Innenstadt stand zeitweise unter Wasser, wie Bilder auf Twitter zeigen. 

In Talsenken in Wuppertal schossen Fontänen aus den Kanälen und hoben Gullydeckel aus. Nach Angaben der Polizei trafen Blitze einen Baum auf einen Kindergartenspielplatz und ein Haus. Ein Linienbus steckte in den Wassermassen fest. Über Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.

In Grevenbroich im Rhein-Kreis Neuss wurde der Elsbachtunnel, die Hauptzufahrt zur Innenstadt, überflutet. Verletzte gab es offenbar nicht, jedoch waren mehrere Autos während des Starkregens in den Tunnel hereingefahren. Mindestens ein Fahrzeug blieb stecken. Derzeit (Stand 16.50 Uhr) pumpt die Feuerwehr das Wasser ab.

Elsbachtunnel in Grevenbroich nach Unwetter überflutet FOTO: Dieter Staniek

Hier geht es zu den Bildern aus Grevenbroich.

In Köln hatte sich bereits am frühen Nachmittag ein Gewitter entladen. Die Gewitterfront hat außerdem Teile von Münster unter Wasser gesetzt. "Hier steht in einigen Straßen das Wasser kniehoch", sagte ein Polizeisprecher in Münster. Ein Streifenwagen musste abgeschleppt werden, weil er bis zur Motorhaube im Wasser versunken war. 

Weitere Gewitter möglich

Für den Nachmittag und frühen Abend hatte der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung unter anderem für Düsseldorf, den Rhein-Kreis Neuss, den Kreis Mettmann, das Bergische Land sowie die Ruhrgebietsstädte Essen, Duisburg, Mülheim, Oberhausen, Bochum und Gelsenkirchen. Innerhalb kürzester Zeit gab es Niederschläge von bis zu 100 Litern pro Quadratmeter. Auch im Münsterland galt die höchste Warnstufe.

"Das Problem ist, dass die Unwetter nur sehr langsam weiterziehen", sagte eine Sprecherin des Wetterdienstes. So sei auch noch in der ersten Nachthälfte mit Gewittern zu rechnen. Auch am Abend warnte der DWD noch vor starkem Gewitter für das Rheinland und das Ruhrgebiet. Die höchste Warnstufe vor extremem Unwetter galt in NRW allerdings am Abend nicht mehr (Stand 18.15 Uhr).

Schon am Montag waren wieder schwere Gewitter über NRW gezogen. In der Eifel und im Oberbergischen gab es Überschwemmungen. In Mechernich im Kreis Euskirchen wurden Straßen überflutet und Keller liefen voll. Die Feuerwehren waren im Großeinsatz. Im Bergischen Land war vor allem der Ort Lindlar betroffen, wo die Polizei nach Angaben einer Sprecherin eine überflutete Straße sperrte. Laut Meteorologen fielen in kurzer Zeit bis zu 75 Liter Regen pro Quadratmeter.

(crwo/lsa/lnw)
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