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Verdi legt halb NRW lahm
Dieser Warnstreik lässt Schlimmes befürchten

Meinung | Düsseldorf. Verdi macht bei den Warnstreiks keine Gefangenen. Die traditionellen Rituale von Tarifverhandlungen lässt die Gewerkschaft in diesem April nicht gelten. Das ist kein gutes Omen. Von Maximilian Plück

Tarifverhandlungen folgten zuletzt oft der gleichen Choreografie: Die Gewerkschaft legte mit einer extrem hohen Forderung los, die Arbeitgeber bügelten diese als völlig unverhältnismäßig ab. Es kam zu Warnstreiks, am Ende einigte man sich Pi mal Daumen in der Mitte.

Diesmal ist die Ausgangslage verzwickter: Verdi und Co. verweisen auf die sprudelnden Staatseinnahmen. Zudem verlangen sie, der öffentliche Dienst müsse beim Lohn endlich zu anderen Branchen aufschließen.

Die Arbeitgeber verweisen ihrerseits auf die niedrige Inflation, auf ihre Schuldenlast und die Flüchtlingskrise. Angesichts der Nullzinspolitik der EZB ließen sich zudem die Zinserträge für die betriebliche Altersversorgung schwer erzielen. Auch habe Verdi für die Erzieherinnen schon vor einem Jahr ein Lohnplus außer der Reihe durchgesetzt.

Trotzdem haben die Arbeitgeber an der alten Choreografie festgehalten und die Hälfte der Forderung geboten – wenn auch über zwei Jahre gestreckt.

Dass die Gewerkschaften die drei Prozent nicht mal als Gesprächsgrundlage gelten lassen und Warnstreiks vom Kaliber eines Erzwingungsstreiks vom Zaun brechen, lässt Schlimmes für den weiteren Verhandlungsverlauf und damit für die Bürger befürchten.

Wo Verdi das Land am Dienstag und Mittwoch lahmlegen will, zeigt unser Überblick. 

Wie der Streik anläuft, berichten wir am Dienstag aktuell im Live-Blog.

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