| 13.13 Uhr

Überfall auf Camper-Paar
Polizei setzt nach Vergewaltigung in Bonn mehr Ermittler ein

Vergewaltigung einer Camperin in Bonn: Polizei setzt mehr Ermittler ein
Die Bonner Siegaue bei Tageslicht. FOTO: dpa, vla fdt
Troisdorf/Bonn. Im Fall der vergewaltigten Camperin in der Bonner Siegaue läuft die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter weiter auf Hochtouren. 150 Hinweise aus der Bevölkerung sind bei der Polizei eingegangen. Das Ermittlungsteam wurde aufgestockt. Von Olivia Konieczny

"Im Moment haben wir rund 150 Hinweise, zum Teil aus ganz Deutschland", sagte der Sprecher der Bonner Polizei, Robert Scholten, am Mittwoch unserer Redaktion. "Es gibt aber keine heiße Spur und keinen Weg direkt zum Täter." Die Suche sei nicht einfach, weil der Überfall bei Nacht geschah und der Bereich der Siegaue zwischen Troisdorf und Bonn weitläufig und zu dieser Zeit menschenleer sei. "Das macht die Sache schwierig", sagte Scholten.

Hinweise und DNA-Spuren werden geprüft

Um die Hinweise aus der Bevölkerung schnell auswerten zu können, sei das Ermittlungsteam auf zehn Personen aufgestockt worden. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf den Großraum Bonn. Zeugen wollen einen Mann, auf den die Beschreibung zutreffen könnte, vor dem Überfall auf das Paar gesehen haben.

Parallel untersuchen Experten beim Landeskriminalamt Düsseldorf das sichergestellte DNA-Material. Es wird geprüft, ob die Spuren verwertbar sind. "Wir warten auf die Rückmeldung, welche Qualität das Material hat", sagte Scholten. Sei sie gut, könne man zum Beispiel polizeiintern Personen oder Textilien abgleichen. 

Die Ermittler schließen nicht aus, dass der mutmaßliche Täter früher schon zugeschlagen haben könnte. "Wir haben keinen Beleg für eine gleichgelagerte Straftat. Aber es kann sein, dass er im Gewalt- oder gar im Sexualbereich auffällig geworden ist", sagte Scholten.

Vergewaltigung vor dem Zelt

Die 23-Jährige und ihr Freund aus dem Stuttgarter Raum waren in der Nacht zum Sonntag auf einer Wiese in der Siegaue überfallen worden. Ihr Zelt hatten die beiden unterhalb der Landstraße 269 in der Nähe der Siegfähre aufgestellt. Der Täter habe sich um kurz nach Mitternacht an das Zelt herangeschlichen, auf die Plane geschlagen und die beiden zunächst aufgefordert, ihre Wertgegenstände auszuhändigen.

"Danach forderte er die 23-jährige Frau auf, mit nach draußen zu kommen, wo er sich an ihr verging", hieß es bei der Polizei. Das Paar bedrohte der Unbekannte mit einem machetenähnlichen größeren Messer, bevor er die Flucht ergriff. Der 26 Jahre alte Freund wurde ebenfalls massiv bedroht. Nach der Flucht des Täters alarmierte er Polizei und Rettungskräfte.

Zeugen werden gebeten, sich unter 0228-150 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Mit Material der dpa.

Quelle: RP
 
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.