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Umfrage in Großstädten
Viele Flüchtlinge in NRW leben mittlerweile in Wohnungen

Viele Flüchtlinge in NRW leben mittlerweile in Wohnungen
Die Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen ist in Düsseldorf schwieriger als anderswo in NRW (Symbolbild). FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Anfangs wurden Flüchtlinge in Zeltstädten und Turnhallen untergebracht. Mittlerweile hat sich das Bild gewandelt. Platzprobleme gibt es aber vor allem in Düsseldorf.

Etwa 300.000 Flüchtlinge sind allein 2015 nach Nordrhein-Westfalen gekommen. Viele leben mittlerweile in eigenen Wohnungen und nicht mehr in Gemeinschaftsunterkünften. Das zeigt eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Großstädten des Landes. 

  • Dortmund Dort gab es Anfang August insgesamt 8237 Flüchtlinge. Mehr als 6800 von ihnen lebten in Wohnungen, der Rest in Einrichtungen. "Es war auch immer unsere Strategie, dass Menschen in Wohnungen leben sollen und nicht in Zelten und Einrichtungen", sagt Stadtsprecherin Anke Widow. Für die Wohnungen hat die Stadt selber Aquise betrieben: "Wir haben mit unseren Wohnungsgesellschaften, mit Privatvermietern, mit Eigentümern gesprochen, haben in unseren Netzwerken nachgefragt: Was ist da möglich?"
  • Duisburg In der Stadt leben derzeit 5400 Flüchtlinge. Davon sind 3300 noch im Asylverfahren, 600 werden nach abgeschlossenem Verfahren noch geduldet und 1500 sind anerkannt. Gut die Hälfte dieser Menschen hat mittlerweile eine Wohnung, der Rest lebt in Heimen.
  • Essen Seit Anfang 2016 sind etwa 5400 Flüchtlinge in Wohnungen gezogen. Zunächst war es meist noch die Stadt, die die Wohnungen anmietete und sie dann Flüchtlingen zuwies. In so gut wie allen Fällen seien die Vermieter so zufrieden gewesen, dass sie die Verlängerung des Mietvertrags dann gleich mit den Flüchtlingen geregelt hätten, erläutert Martin Gärtner, Geschäftsbereichsbeauftragter des Sozialdezernenten. Mittlerweile suchen sich die Flüchtlinge die Wohnungen meist selbst, häufig mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer. Um für eine eventuelle neue Flüchtlingswelle gewappnet zu sein, hält Essen künftig immer 3000 Plätze in Gemeinschaftseinrichtungen vor. "Wir betrachten es als sinnvoll, dass da ein gewisser Puffer ist", erläutert Gärtner. Zurzeit sind 1700 Plätze davon belegt.
  • Düsseldorf Etwa 80 Prozent der Asylbewerber wohnen noch in Gemeinschaftsunterkünften in Wohnmodul-Anlagen, Leichtbauhallen und festen Gebäuden. Die Unterbringung in Wohnungen ist in Düsseldorf schwieriger als im Ruhrgebiet, weil in der boomenden Landeshauptstadt Wohnungsknappheit herrscht: "Leerstand haben wir hier nicht. Wir mussten immer neu sehen, wo wir Unterbringungskapazitäten her bekommen", sagt die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt, Miriam Koch.  Es sei in Düsseldorf auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise schon schwer gewesen, überhaupt Flächen für Zeltstädte und andere Provisorien zu finden.
  • Köln Am Mittwoch ziehen Flüchtlinge in das ehemalige "Bonotel". Ankauf und Umbau des Gebäudes haben die Stadt mehr als neun Millionen Euro gekostet, deshalb musste sie Kritik einstecken. Bis zu 150 Flüchtlinge können dort wohnen. Es gibt 85 Einzelzimmer, von denen etwa 40 doppelt belegt werden sollen. Das sei schon etwas anderes als die Massenunterkünfte, in denen man die Menschen in der Anfangszeit habe unterbringen müssen, sagt Josef Ludwig, Leiter des Kölner Amtes für Wohnungswesen. 
Ein Zimmer in der Kölner Flüchtlingsunterkunft im ehemalige Bonotel. FOTO: dpa, mb fdt

Die Finanzierung einer Wohnung ist bei Flüchtlingen, deren Verfahren noch läuft, nach dem Asylbewerberleistungsgesetz geregelt. Anerkannte Flüchtlinge beziehen Hartz IV, die Kosten werden den Kommunen teilweise vom Bund erstattet. Flüchtlinge, die ihre Wohnung selbst finanzieren können, weil sie Arbeit haben, sind noch eine Minderheit. Aber es gibt sie durchaus: Auch in attraktiven Vierteln in Köln kommt es mittlerweile vor, dass sich bei Wohnungsbesichtigungen auch syrische Familien vorstellen.

(wer/lnw)
 
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