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Erntebilanz 2017
Warum Äpfel in dieser Saison knapper und teurer werden

Erntebilanz 2017: Warum Äpfel in dieser Saison knapper und teurer werden
Die Apfelernte fällt dieses Jahr extrem klein aus (Symbolbild). FOTO: dpa, dbo bsc uk wie
Düsseldorf . Der Deutsche Bauernverband hat die Erntebilanz für 2017 vorgestellt. Das Ergebnis: Die Obsternte fällt so schlecht aus wie lange nicht mehr. Auch die Verbraucher in NRW werden davon betroffen sein.  Von Susanne Hamann

Der Frost während der Obstblüte im April macht den deutschen Bauern zu schaffen. Schon die Erdbeerernte fiel deswegen schlechter aus als sonst. Aber die rote Frucht ist nicht alleine betroffen. "Der Frost hat in NRW alle Betriebe erwischt, die keine Frostschutzbegrenzung haben", sagt Peter Muß, stellvertretender Geschäftsführer des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauern. 

Frostschutzbegrenzungen können beispielsweise Windmaschinen sein, die warme Luft von oben nach unten an die Pflanzen transportieren. "Leider haben die wenigsten Betriebe Frostschutz. Deshalb sind wirklich große Schäden entstanden und fast alle Obstbaumsorten betroffen." 

Spürbar werden die Auswirkungen der schlechten Ernte für den Verbraucher bald bei den Äpfeln sein. "In NRW beträgt die Ernte gerade mal 58 Prozent des Vorjahres", sagt Muß. Das sind 21.800 Tonnen. 2016 waren es noch 51.500 Tonnen. 

Deutschlandweit erwarten die Apfelanbauer frostbedingt sogar die schlechteste Apfelernte seit 1991. Ausgegangen wird von einer Ernte von nur rund 555.000 Tonnen nach 1.033.000 Tonnen im Jahr 2016. Dies entspricht nur 46 Prozent der Erntemenge des Vorjahres. Europaweit wird mit 21 Prozent weniger Äpfeln gerechnet. "Das bedeutet, dass die kleine Ernte auch schlecht durch Importe aufgefangen werden kann, und das wird der Verbraucher am Preis merken", sagt Muß. Wie viel teurer Äpfel werden, kann er nicht sagen.

Die Erfahrungen bei der Kirschernte bestätigen seine Vermutung jedoch. Laut der Agrarmarkt Informationsgesellschaft lag der Kirschpreis im Juli bei 5,52 Euro pro Kilo. Das waren 12 Prozent mehr als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Der Apfelpreis lag im Oktober 2016 bei durchschnittlich 1,60 Euro pro Kilo. Der Durchschnitt wird aus den Preisen für Obst aus Deutschland und den Preisen für EU-Importe ermittelt.

Schäden in Höhe von 200 Millionen Euro 

Ebenfalls kleiner fiel die Ernte bei Pfirsichen, Pflaumen, Nektarinen und Birnen aus."In diesem Jahr haben wir in Deutschland Frostschäden beim Obstbau in Höhe von rund 200 Millionen Euro bis hin zu regionalen Totalausfällen", sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied. Neben den Frostschäden seien im Pflanzenbau bisher auch Schäden durch Hagel und Starkregen in Höhe von etwa 250 Millionen Euro aufgetreten.

Eine gute Nachricht gibt es aber auch: Die Gemüseernte ist von den Wetterbedingungen kaum betroffen. "Das liegt daran, dass Gemüse immer wieder nachgepflanzt wird", sagt Muß. Deshalb können die Verbraucher hier mit niedrigen Preisen rechnen. Unklar ist bislang, wie die Getreideernte ausfällt. "Die ist gerade erst eingeholt und deswegen noch nicht berechnet worden", sagt Muß. 

 

 
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