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Protest bei Klimakonferenz in Bonn
Aktivisten singen gegen Trump-Delegation an

Weltklimakonferenz in Bonn: Aktivisten singen Delegation von Donald Trump nieder
Bonn/Düsseldorf. Ausgerechnet auf dem Klimagipfel in Bonn wollten Sondergesandte des US-Präsidenten Donald Trump für neue Kohlekraftwerke werben. Nicht gerechnet hatten die Amerikaner mit dieser kreativen Protestaktion: Ein Flashmob sang die Delegation förmlich nieder. Von Olivia Konieczny

Die Abgesandten des US-Präsidenten hatten am Montag im Rahmenprogramm der Klimakonferenz gegen einen Kohle- und Atom-Ausstieg geworben und den Bau neuer Kohlekraftwerke verteidigt. Trumps Sonderberater für internationale Energie- und Umweltfragen, George David Banks, bezeichnete es als naiv, auf fossile Energie zu verzichten. Kaum hatte er seine Rede beendet, regte sich im Saal plötzlich Protest: In den Zuschauerreihen standen Dutzende Aktivisten auf, hielten Plakate in die Höhe und begannen gemeinsam zu singen.

Wie der Bonner Generalanzeiger berichtet, dauerte das Protest-Lied mehrere Minuten. Die Aktivisten forderten singend, Kohle, Öl und Gas im Boden zu lassen. Dabei waren laut einem Bericht des ARD-Morgenmagazins Zeilen zu hören wie: "Du behauptest, du seist Amerikaner, aber wir sehen deine Gier. Du reist durch die Welt für die Kohle, aber wir stehen auf, solange, bis sie endgültig im Boden bleibt." Anschließend verließen die Aktivisten den Saal, um zusammen mit weiteren Demonstranten lautstark vor dem Konferenzraum zu protestieren. 

Wissenschaftsredakteur Axel Bojanowski von Spiegel Online kommentierte in dem Kurznachrichtendienst: "Hier auf der Weltklimakonferenz #COP23 wollen Vertreter der USA auf Bedeutung fossiler Energien hinweisen - Aktivisten singen sie nieder."

Schon vor der Veranstaltung hatten zwei US-Gouverneure die Klimapolitik ihres Präsidenten vor laufenden Kameras kritisiert: "Donald Trump lehnt eine zukunftsorientierte Wirtschaft ab", sagte Kate Brown aus Oregon. Jay Inslee aus Washington pflichtete ihr bei: "Hier ist eine Botschaft für die Welt: Es ist egal, wie oft Donald Trump twittert, er kann sich die Finger wund twittern: Er kann uns nicht stoppen." 

Die US-Bundesstaaten Oregon und Washington gehören einer von Milliardär Michael Bloomberg gegründeten Klima-Allianz an, die die Klimapolitik des früheren Präsidenten Barack Obama fortführen will.

Umweltaktivisten begleiten die Weltklimakonferenz in Bonn, bei der am Mittwoch die Schlussphase mit den Staats- und Regierungschefs beginnt, immer wieder mit Protestaktionen. So bestrahlte zum Beispiel Greenpeace die Kühltürme am Kohlekraftwerk Neurath in Grevenbroich mit riesigen Lichtbildern.

Fotos: Anti-Trump-Protest in Bonn FOTO: Andreas Dyck
 
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