| 14.13 Uhr

Vor Weltklimakonferenz
Tausende demonstrieren in Bonn für Kohleausstieg

Aktivisten demonstrieren gegen Weltklimagipfel in Bonn
Aktivisten demonstrieren gegen Weltklimagipfel in Bonn FOTO: afp
Bonn. Umweltaktivisten wollen die Klima-Konferenz in Bonn mit zahlreichen Demonstrationen begleiten. Kurz vor Beginn des Gipfels haben am Samstag etwa 7000 Menschen in Bonn für den Kohle-Ausstieg und eine umfassende Energiewende demonstriert.

Die Teilnehmer der Aktion schwenkten Transparente mit Aufschriften wie "Klimakiller=Menschenkiller=RWE" oder "Trump: Climate Genocide" (Trump: Klima Genozid). "Ihr von der Kohle-Lobby, zieht euch warm an - wir lassen nicht mehr locker!", rief eine Rednerin auf dem Münsterplatz in der Bonner Innenstadt. Viele Teilnehmer warben auch für eine fleischlose Ernährung, einige hatten sich als Kühe verkleidet. 

Blickfang war eine große Erdkugel von Greenpeace, auf der Kohlekraftwerke eine dunkelgraue Wolke mit dem Gesicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ausstoßen. Darunter stand die Forderung: "Raus aus der Kohle, Frau Merkel!" Andere Demonstranten zeigten Transparente mit Aufschriften wie "Change the system to save our planet!" (Ändert das System, um unseren Planeten zu retten!).

Radfahrer auf der Autobahn gestoppt

Zur selben Zeit waren noch etwa 1000 Radfahrer aus Köln zu der Bonner Kundgebung unterwegs. Nach Angaben der Polizei verliefen die Aktionen weitgehend ohne Zwischenfälle. Der "Bonner Generalanzeiger" berichtet allerdings, dass auf der A555 bei Rodenkirchen einige Radfahrer gestoppt wurden. Sie hatten sich offenbar nicht an das Verbot gehalten, auf der Autobahn zu fahren. Sechs Radler wurden von Beamten angehalten, die Autobahn zeitweise teilweise gesperrt. Nach kurzer Zeit wurde sie wieder freigegeben.

Zur Beteiligung an der Kundgebung in Bonn haben unter anderem die Organisationen Germanwatch, BUND, WWF, Greenpeace, Oxfam, Brot für die Welt und Misereor aufgerufen. Die Veranstalter rechnen nach eigenen Angaben mit etwa 9000 Teilnehmern. 

Aktionen am Sonntag am Tagebau

Für Sonntag haben die internationale Klimaschutzorganisation 350.org und das Aktionsbündnis Ende Gelände zu jeweils einer Demonstration am rheinischen Braunkohletagebau Hambach aufgerufen. Dazu werden insgesamt rund 1100 Teilnehmer erwartet. Darüber hinaus rechnet die Polizei mit weiteren 800 Aktivisten, die in den Tagebau Hambach eindringen könnten.

Die Polizei rechnet für Sonntag mit weitgehend friedlichen Protesten, auch wenn sie mit Sorge auf die kaum kalkulierbare gewaltbereite Waldbesetzer-Szene am Tagebau schaut.

Die am Montag beginnende Weltklimakonferenz in Bonn ist die größte zwischenstaatliche Konferenz, die es je auf deutschem Boden gegeben hat. Mehr als 23.000 Menschen aus 197 Ländern treffen sich bis zum 17. November in der einstigen Bundeshauptstadt, um den Kampf gegen den Klimawandel voranzutreiben.

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(oko/lsa/lnw)
 
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