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Am Wochenende ist Welt-Vegantag
Das sind die veganen Blogger aus der Region

Sieben vegane Blogger aus der Region
Sieben vegane Blogger aus der Region FOTO: Nicole/"vegan power girl":
Düsseldorf. Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, auf ihrem Speiseplan und im Alltag auf tierische Produkte zu verzichten. Zum Welt-Vegantag haben wir sieben vegane Blogger und eine Youtuberin aus der Region gefragt, warum sie sich für diese Lebensweise entschieden haben, und welche Tipps sie Anfängern geben können.  Von Susanne Hamann

Jan von umsturzvegan.de (aus Düsseldorf)

Warum bist du Veganer?

Den Anstoß für den Umstieg auf die vegane Ernährung hat meine Freundin gegeben, als sie sich für das Jahr 2013 vorgenommen hat, sich vegetarisch zu ernähren. Für mich als (damals) passionierten Fleischesser absolut unvorstellbar. Ich habe mich dann darüber mit einigen Kollegen unterhalten. Die haben mir von dem Buch "Vegan for fit" von Attila Hildmann erzählt, und weil ich ein paar Kilos verlieren wollte, hab ich mir das mal angesehen.

Bei der Lektüre wurde mir klar, dass ich selbst bei einer veganen Ernährung auf nichts verzichten muss. Besonders beeinflusst hat mich aber das Buch "Anständig essen" von Karen Duve. Ohne Vorurteile hat sie sich mit dem Thema vegetarische/ vegane Ernährung auseinandergesetzt. Das hat mich sehr beeindruckt. Außerdem hat auch die Moderatorin von "Tiere suchen ein Zuhause", Simone Sombecki, in diesem Zeitraum ihre Ernährung auf vegan umgestellt und darüber gebloggt. So kam eines zum anderen und zu Weihnachten 2012 gab es dann das letzte Mal Fleisch und Milchschokolade für mich - seit dem 1. Januar 2013 lebe ich nach meinen Möglichkeiten umfassend vegan. Neben der Ernährung heißt das: keine Lederwaren, keine Daunenwäsche - also einfach keine tierischen Produkte im Alltag.

Warum der vegane Blog?

Da ich zu dem Zeitpunkt bereits einen kleinen Blog geführt habe, dachte ich, es wäre doch interessant, über den Umstieg auf vegane Ernährung zu bloggen. Aber ehrlich gesagt war es auch ein wenig Selbstkontrolle. Ich kann ja schlecht groß öffentlich ankündigen, vegan leben zu wollen und es dann nicht durchziehen. Aus dem kleinen Experiment ist mittlerweile ein Blog mit mehreren hundert Besuchern am Tag geworden, auf dem ich regelmäßig Rezepte, Berichte und Erlebnisse rund um das vegane Leben veröffentliche. Außerdem habe ich so Menschen in ganz Deutschland kennen gelernt, die ich ohne den Blog und Social Media nie kennen gelernt hätte. Und, für mich einer der wichtigsten Punkte: Seit ich denken kann, habe ich außerdem eine Leidenschaft für das Zeichnen. Auf dem Blog konnte ich das Kochen und Zeichnen kombinieren und herausgekommen sind Sketchrezepte. Abgeleitet von Sketchnotes, sind das Rezepte, die in gezeichneter Form den Kochvorgang Schritt für Schritt dokumentieren.

Welche Tipps kannst du Vegan-Interessierten und Anfängern geben?

  1. Kochbücher: Wer meint, vegan wäre langweilig und lustfeindlich, der sollte sich einmal durch die zahlreichen Kochbücher lesen. In Düsseldorf hat beispielsweise der Sternverlag eine beeindruckende Bandbreite an veganen Kochbüchern herausgebracht.
  2. Filme: Wer sich etwas mehr mit dem Thema befassen will, sollte sich die Filme "Gabel statt Skalpell" (vegan aus gesundheitlicher Perspektive) oder "Earthlings" (Dokumentation mit heftigen Bilder über den Missbrauch von Tieren durch den Menschen) ansehen.
  3. Das hilft gegen Vorurteile: Wenn man auf vegan umsteigt, hilft es, sich mit Menschen zu vernetzen, die offen und aufgeschlossen sind. Es hilft dagegen nicht, seine Umwelt radikal überzeugen zu wollen. Man muss sich klar machen, dass viele die Vorteile und auch den Sinn hinter einer veganen Ernährung nicht sehen oder nicht sehen wollen. Deshalb mein Rat: Ladet sie statt zu Diskussionsrunden lieber zum Essen ein. Egal, ob selbst gekocht oder in einem der vielen Restaurants mit veganer Karte, wie das rein vegane "Sattgrün", das "Carrot Cake", die "Butze", oder oder oder. Mit guten Argumenten und leckeren Gerichten überzeugt man meist mehr, als mit Schockbildern und moralischem Oberlehrertum.

Mein Lieblingsrezept: veganer Apfelkuchen - geht schnell und schmeckt sowohl zum Frühstück als auch zu Feierabend.

Warum bist du Veganerin?

Warum bist du Veganerin?

Ich habe schon immer sehr wenig Fleisch gegessen, liebe aber Gemüse und Obst umso mehr. Deswegen bin ich der veganen und vegetarischen Lebens- und Ernährungsweise sehr zugetan. In meinem Speiseplan kommen keine tierischen Produkte vor, weil ich großen Spaß daran habe, nur pflanzliche Produkte zu verarbeiten. Es gibt mittlerweile eine so große Auswahl an vegetarischen und veganen Lebensmitteln in deutschen Supermärkten, dass sich daraus leicht interessante Mahlzeiten zaubern lassen – und ich spreche nicht von künstlich nachgebauten Soja-Frikadellen. 

Warum das Blog?

Den Blog habe ich aus Leidenschaft fürs Kochen und Backen Anfang 2011 angefangen. Bei mir finden sich vegetarische und vegane Gerichte mit dem gewissen Etwas, die sich auch noch nach Feierabend leicht zubereiten lassen. Das eine oder andere für den süßen Zahn ist natürlich auch dabei.

Welche Tipps hast du für Anfänger?

  1. Es hilft, vegane Blogs im Internet zu lesen – danach kann man ja einfach googlen – und ganz viel zu testen. 
  2. Es gibt so viele großartige, vegane Lebensmittel, die man als Otto-Normal-Esser leider kaum auf dem Schirm hat. Einfach mal in den Bio-Supermarkt gehen und stöbern…

Mein Lieblingsrezept: Kürbis-Zimtschnecken

 
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