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Beamte in Düren verletzt
Wer Polizisten angreift, muss rigoros bestraft werden

Meinung | Düsseldorf. Zehn verletzte Polizisten, darunter einer, der womöglich in Lebensgefahr schwebt - das ist die Bilanz eines Angriffs auf Beamte in Düren. Den Tätern gegenüber muss der Staat konsequent auftreten. Auch, um seine Bediensteten zu schützen. Von Carola Siedentop

Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrmänner oder Sanitäter häufen sich in letzter Zeit. Vor allem Polizisten müssen in bestimmten Gegenden damit rechnen, dass sie bei Routineeinsätzen von einer aufgebrachten Menschenmenge angegangen werden. So wie in Düren, wo sich laut Polizei am Samstag erschreckende Szenen abspielten: Eine Gruppe hünenhafter Männer prügelte demnach auf zehn Polizisten ein. Ein Beamter wurde mit einem Radmutternschlüssel ins Gesicht geschlagen, er ist schwer verletzt. Der Auslöser: Es gab Streit um einen Strafzettel fürs Falschparken.

Natürlich gilt in Deutschland die Unschuldsvermutung - sie gehört zu den Prinzipien des Rechtsstaats. Die Entscheidung über Schuld und Strafmaß liegt beim Richter, der die Fakten sorgfältig abwägen wird. Das gilt auch für die Entscheidung, zwei mutmaßliche Täter nach ihrer zwischenzeitlichen Festnahme wieder auf freien Fuß zu setzen, auch wenn die Empörung in vielen Userkommentaren groß ist. 

Unterm Strich bleibt allerdings: Der Staat muss seine Bediensteten schützen. Niemand darf glauben, er käme glimpflich davon, wenn er Polizisten attackiert. Dazu gehört auch die Möglichkeit, in Untersuchungshaft zu landen - ebenso wie ein Seriendieb, der selbstverständlich wegen Wiederholungsgefahr in Haft genommen werden kann.

Die Gewerkschaft der Polizei fordert, dass Gewalt gegen Einsatzkräfte mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem halben Jahr geahndet wird. Das gäbe Richtern die Möglichkeit, rigoroser gegen die Täter vorzugehen. Denn genau das ist bei Exzessen wie jenem in Düren angebracht. 

 
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