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Wetter in NRW
Unfälle und Sperrungen wegen Blitzeis

Ratgeber: Glatteis, Blitzeis, Eisregen - diese Unterschiede gibt es
Ratgeber: Glatteis, Blitzeis, Eisregen - diese Unterschiede gibt es
Düsseldorf. In der Nacht zu Samstag haben glatte Straßen auch in NRW für Probleme gesorgt, allerdings weniger als befürchtet. Es gab einige Unfälle, es blieb jedoch meistens bei Blechschäden. In anderen Bundesländern gab es hunderte Unfälle.

Nordrhein-Westfalen taut auf: Im Laufe des Samstags würden Temperaturen um 7 oder 8 Grad im Rheinland und im Münsterland erwartet, sagte Erwin Hafenrichter, Meteorologe vom Dienst beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen. Am Sonntag soll es sogar noch wärmer werden: Dann wären auch 8 oder 9 Grad möglich. Unterdessen hat der DWD die Unwetterwarnung vor Glatteis aufgehoben. In der Nacht war ein Regengebiet über Nordrhein-Westfalen gezogen, das zu tückischem Glatteis auf gefrorenen Böden geführt hatte.

Bei Brilon im Sauerland kam in der Nacht zu Samstag eine 26-jährige Frau mit ihrem Wagen auf eisglatter Fahrbahn ins Schleudern. Ihr Wagen prallte auf einer Bundesstraße rückwärts gegen einen Baum. Die Frau und ihr 40 Jahre alter Beifahrer erlitten schwere Verletzungen.

In Ostwestfalen-Lippe hat Eisregen zu erheblichen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr geführt, vor allem auf den Autobahnen. Insgesamt verzeichnete die Bielefelder Polizei  44 Verkehrsunfälle, davon 32 alleine auf Autobahnabschnitten mit Schwerpunkten auf der A2 und A30. Bei den allermeisten Unfällen entstanden Blechschäden. Bei sechs Verkehrsunfällen (5 davon auf der Autobahn) wurde eine Person schwer und fünf Personen leicht verletzt. Der Unfall mit der schwer verletzten Personen ereignete sich kurz nach Mitternacht auf der A2 in Richtung Hannover, zwischen den Anschlussstellen Porta Westfalica und Veltheim, wo sich ein Auto und ein Lastwagen berührten. 

Insgesamt mussten Verkehrsteilnehmer, besonders auf der Autobahn, Geduld mitbringen, bis die entsprechenden Richtungsfahrbahnen wieder freigegeben werden konnten und die Streudienste durchgefahren waren.

In Düsseldorf waren die Straßen in der Nacht nicht überfroren, die Polizei meldet keine Unfälle wegen Glatteis. In Köln und Umgebung hat es viermal gekracht: Im Kölner Süden verursachte ein Unfall auf glatter Straße rund 1000 Euro Schaden. Im Bereich der Autobahnpolizei Bensberg gab es drei Unfälle mit 7000 Euro Schaden. Menschen wurden nicht verletzt.

Im Oberbergischen Kreis waren die Straßen deutlicher glatter. Hier gab es neun Unfälle, "aber es ging alles glimpflich ab", sagte ein Polizeisprecher. 

 Im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein kam es von Freitagabend bis Samstagmorgen zu 16 glättebedingten Verkehrsunfällen, meldet die Polizei. Am Samstagmorgen sei die Verkehrslage entspannt, viele Autofahrer haben ihren Wagen offenbar stehenlassen.  Alle Streudienste sind seit geraumer Zeit im Einsatz, berichtet die Polizei.

Im Schienenverkehr gab es bis zum frühen Morgen keine Probleme. Wie ein Bahnsprecher sagte, rollten die Züge ohne Beeinträchtigung.

Gefrierender Regen sorgte in anderen Bundesländern für mehr Probleme. Blitzeis und Schnee haben bundesweit zu Hunderten Unfällen geführt. Erhebliche Probleme gab es seit dem späten Freitagabend vor allem im Südwesten und Osten. Dutzende Menschen wurden verletzt, die meisten glücklicherweise nur leicht. Vielerorts in Deutschland wurden nach Unfällen Autobahnen zeitweise gesperrt, Winter- und Abschleppdienste waren im Dauereinsatz. Mit Kranwagen wurden umgekippte oder in Böschungen gerutschte Lastwagen geborgen. In Stuttgart wurde ein Auto aus dem Neckar geholt. Im Zugverkehr gab es dagegen zunächst keine Probleme, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Auch am Samstagmorgen und -vormittag wurde weiter vor glatten Straßen gewarnt. "Wer es nicht unbedingt braucht, soll sein Auto in den Vormittagsstunden stehen lassen", sagte ein Polizeisprecher in Magdeburg. Die Hauptstraßen in den Städten seien geräumt und gestreut, auf den Nebenstraßen sei es jedoch spiegelglatt, hieß es in Niedersachsen. Schnee und Regen auf gefrorenem Boden verwandelten Straßen und Gehwege vielerorts in gefährliche Rutschbahnen.

Mindestens drei Menschen seien bei Unfällen schwer, viele weitere leicht verletzt worden, teilten Polizei und Innenministerium in Baden-Württemberg am Morgen mit. Auf der A81 nahe Heilbronn krachten neun Fahrzeuge ineinander, darunter ein Sattelzug und ein Reisebus. Eine 25-Jährige erlitt schwere Verletzungen. In Stuttgart rutschte ein Auto vom Uferdamm in den Neckar. Fahrer und Beifahrer konnten sich befreien und wurden von Rettungskräften aus dem eisigen Wasser gezogen. Insgesamt wurden in Baden-Württemberg zunächst mehr als 140 Glätte-Unfälle erfasst.

Auch in anderen Regionen wurde Schnee und Blitzeis auf Autobahnen etlichen Fahrern zum Verhängnis. In Thüringen krachte es auf der A4, A9 und A71 mehrfach. Zudem sorgten quer stehende Laster zeitweise für Stau. Auf der A9 Richtung Berlin kam der Fahrer eines mit Äpfeln beladenen Lastwagens von der Fahrbahn ab. Der Lkw sei einen Abhang hinuntergerutscht und der Fahrer eingeklemmt worden, berichtete die Polizei. Auf der A71 überschlug sich ein Auto und blieb auf dem Dach liegen. Der Fahrer wurde verletzt.

 

 

(top/dpa)
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