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Tief "Gudrun" folgt auf "Emma"
Montag minus 16 Grad in NRW

So weiß könnte die Region aussehen
So weiß könnte die Region aussehen FOTO: Andre Tiedens
Düsseldorf. Schnee und Blitzeis haben bundesweit zu Unfällen und Zugverspätungen geführt. Im Sauerland durchbrach ein Lkw ein Geländer. Die Deutsche Bahn hatte die Höchstgeschwindigkeit für ihre ICEs vorübergehend gedrosselt. Von Lisa Kreuzmann

Auf die Menschen in Nordrhein-Westfalen kommt die kälteste Nacht seit Monaten zu. Wetterexperten kündigen Dauerfrost an; am Montagmorgen seien in den Hochlagen in NRW bis zu minus 16 Grad möglich, sagt Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst. Selbst im Flachland seien maximal minus sieben Grad zu erwarten. Die Nacht zum Dienstag könnte mit Werten von minus 20 Grad auch bundesweit die bislang kälteste Nacht des Jahres werden. Vor allem in den Höhenlagen komme es bei diesen frostigen Temperaturen auch zu weiteren Schneefällen in NRW, heißt es beim Deutschen Wetterdienst. In Hellenthal-Udenbreth in der Eifel fielen bis Freitagmorgen bereits 17 Zentimeter Schnee, auf dem Kahlen Asten bei Winterberg lagen schon 35 Zentimeter Schnee.

Das Kältetief "Emma" sorgte in NRW zum Teil für Chaos auf den Straßen und Schienen. Die Deutsche Bahn begrenzte die Höchstgeschwindigkeit ihrer ICE-Züge auf 200 km/h, da die Erfahrung gezeigt habe, dass durch herabbrechende Eisklumpen Schottersteine aufgewirbelt und die Unterböden der Züge beschädigt würden. Diese Begrenzung konnte jedoch bereits um 14 Uhr wieder aufgehoben werden. Gleichwohl kam es bis mittags auf neun ICE-Strecken zu Verspätungen zwischen zehn und 35 Minuten. In NRW waren davon die Vielfahrerstrecken zwischen Köln und Frankfurt am Main sowie Köln-Aachen betroffen. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Köln-Frankfurt sei es zu einer Verzögerung von bis zu 15 Minuten gekommen, sagte ein Bahn-Sprecher. Dadurch wurden Anschlusszüge vielerorts nicht erreicht und es kam zu Verspätungen von mehr als 60 Minuten.

Fahrsicherheit im Winter

Bei Aachen und in der Eifel standen auf schneebedeckten Bundesstraßen Lastwagen quer und Autos blieben stecken. Auf einer Brücke der Autobahn 45 bei Meinerzhagen durchbrach ein Lastzug das Geländer. Die Zugmaschine des Sattelschleppers stand nach Auskunft der Autobahnpolizei Dortmund auf der Fahrbahn, der Auflieger hing zum Teil über dem Abgrund und drohte abzustürzen. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt. Vor der Unfallstelle bildete sich ein kilometerlanger Stau. Wartende Autofahrer wurden mit Decken und heißen Getränken versorgt. Auch die unter der Autobahn verlaufende B 54 wurde gesperrt. Die Sauerlandlinie war bis zur Bergung des Lasters für mehrere Stunden in Fahrtrichtung Frankfurt nicht befahrbar. Insgesamt waren mehr als 100 Winterdienstfahrzeuge auf den Straßen in NRW etwa in Wuppertal, Münster und Kreis Wesel im Einsatz. Im Oberbergischen Kreis meldete die Polizei bereits zu Beginn des Berufsverkehrs mehrere Unfälle durch Schnee und Blitzeis.

Das Wochenende soll noch frostiger werden, insbesondere zwischen dem Weser Bergland und der Eifel dürfte es zu weiteren und zum Teil heftigen Schneefällen. Auch im Hochsauerland ist laut Wetterdienst mit bis zu zehn Zentimeter Neuschnee zu rechnen, im Flachland mit bis zu zwei Zentimeter. Bei Dauerfrost können im Sauerland nun auch die Schneekanonen laufen. Viele Lifte waren gestern schon im Betrieb. In der eigentlichen Hochsaison der Skiliftbetreiber fehlte bislang der Schnee.

In der Nacht wird es mit Temperaturen von bis zu minus sieben Grad richtig eisig. Ab morgen sei dann mit Dauerfrost zu rechnen bei Temperaturen von maximal plus zwei Grad im Flachland und minus ein Grad und Schneefällen im Bergland, heißt es beim Wetterdienst. Am Montag lasse sich zwar die Sonne blicken, aber die Temperaturen würden noch einmal in den Keller fallen: Im Bergland können die Werte in der Nacht bis zu minus 16 Grad erreichen. Am Dienstag werde es mit maximal plus zwei Grad etwas milder, vereinzelt sei jedoch wieder mit Schneefällen zu rechnen.

Quelle: RP
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