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"Schafskälte" in NRW
Erst heiß dann kalt - "das ist nicht normal"

Rock am Ring 2015: Gewitter zerstört Zelte
Rock am Ring 2015: Gewitter zerstört Zelte FOTO: dpa, tfr bsc
Köln. Es ist zwar Juni, doch in den vergangenen Tagen schlug das Wetter Kapriolen wie im April: Am Freitag gab es 30 Grad und Sonne, in der Nacht zu Dienstag Bodenfrost. Für das kommende Wochenende stehen ähnliche Wetter-Schwankungen bevor. Das Phänomen nennt sich Schafskälte, sagt der Deutsche Wetterdienst. Von Laura Sandgathe

Laut Deutschem Wetterdienst wird es am Donnerstag und Freitag wieder richtig sommerlich. Schon ab Mittwoch wird es vermehrt sonnig, am Donnerstag und Freitag bleibt der Himmel dann nahezu wolkenlos. Die Temperaturen klettern kontinuierlich nach oben: Am Mittwoch erreichen sie bis zu 24 Grad, am Donnerstag im Rheinland bis zu 28 Grad und am Freitag wird erneut die 30-Grad-Marke geknackt. 

10 kühle Freizeittipps für die Region FOTO: dpa, kjh sab

Doch laut DWD wird es ab Freitagnachmittag schon wieder zunehmend schwül. Im Tagesverlauf steigt von Westen her das Gewitterrisiko an, die Experten rechnen ab Nachmittag und dann insbesondere am Abend mit ersten Schauern. Dabei könne es auch zu kräftigen, teils auch unwetterartigen Entwicklungen mit Starkregen, Hagel und Sturmböen kommen, heißt es. Der Samstag wird bewölkt mit Schauern, erst am Nachmittag lockern die Wolken auf. Die Temperaturen steigen auf schwüle 26 Grad, vor allem in den Regionen, in denen es regnet, können sie aber auch deutlich darunter bleiben. 

Am Sonntag und Montag wird es dann wieder recht kühl bei Temperaturen von bis zu 18 Grad. Dazu ist es wechselhaft mit Schauern und Gewittern, so der DWD. Und erneut steigen die Temperaturen im Laufe der kommenden Woche wieder an – die Wetter-Kapriolen gehen von vorne los.

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Doch sind diese  Wetterschwankungen normal? "In dem starken Ausmaß, wie wir es am vergangenen Wochenende erlebt haben, ist das nicht normal", sagt Meteorologe Franz Molé vom Deutschen Wetterdienst in Essen. Grundsätzlich kämen Kaltlufteinbrüche im Juni im Rheinland aber immer wieder vor, sagt er. "Das, was wir gerade erleben, ist die sogenannte Schafskälte, zu vergleichen mit den Eisheiligen Mitte Mai", sagt Molé. "Doch der Wechsel zwischen den Temperaturen fällt in diesem Jahr ungewöhnlich stark aus."

So wurden in Kleve am vergangenen Freitag beispielsweise 34,1 Grad Höchsttemperatur gemessen, das war der höchste Wert am Freitag für NRW. "Zuletzt wurde dieser Wert 1947 geknackt, damals wurden in NRW 34,8 Grad gemessen", sagt Molé. In Düsseldorf wurde am Freitag sogar ein neuer Rekord aufgestellt: 33 Grad maß der DWD in der Landeshauptstadt – so heiß war es in Düsseldorf in der ersten Juni-Hälfte noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die sieben schönsten Biergärten in Köln FOTO: Rennbahn Gastronomie GmbH

"Wenn die Temperaturen vorher derart ansteigen, merken wir den Kaltlufteinbruch besonders stark", sagt Molé. Ein ähnlicher Wetterumschwung, wie er in NRW am vergangenen Wochennde zu beobachten war, steht für das kommende Wochenende bevor – "nur noch etwas ungemütlciher", sagt Molé. Denn während es am vergangenen Wochenende zwar kühl, aber sonnig war, soll es kommenden Samstag, Sonntag und Montag regnen. "Die ersten Gewitter kündigen sich bereits für die Nacht von Freitag auf Samstag an. An den folgenden Tagen bleibt es unbeständig", so Molé. Auch die Temperaturen gehen dann wieder runter, auf maximal 19 Grad in NRW.

(lsa)
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