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Wetter
NRW drohen Winterstürme und Tornados

Wetter: Nordrhein-Westfalen drohen Winterstürme und Tornados
Dieser Tornado hatte im Mai in der Kleinstadt Bützow bei Rostock gewütet. Laut der Grünen-Studie drohen auch NRW in Zukunft Tornados. FOTO: dpa, jai
Düsseldorf/Berlin. Hochwasser an Rhein und Ruhr, Winterstürme, Tornados und Hitzestress in Großstädten wie Köln und Düsseldorf werden einer neuen Studie zufolge in den kommenden Jahrzehnten deutlich zunehmen. Von Birgit Marschall

"Nordrhein-Westfalen ist schon jetzt Spitzenreiter in Sachen Niederschlag, in Folge des Klimawandels dürfte es noch nasser werden an Rhein und Ruhr", heißt es in der Studie für die Grünen-Bundestagsfraktion. "Neben zunehmender Hochwassergefahr zeigt sich eine Tendenz zur Zunahme von starken Winterstürmen und Tornados", schreibt die Berliner Klimaforscherin Stefanie Groll in ihrer Studie.

In der Metropolregion Ruhr und in den rheinischen Großstädten bestehe zudem "die Gefahr zunehmenden Hitzestresses" im Sommer, der die Lebenserwartung älterer Menschen spürbar verkürzen könne.

Groll hat für ihre Studie die vorhandene Forschungsliteratur ausgewertet, darunter Daten des Weltklimarates IPCC. Im jüngsten Sachstandsbericht kam der IPCC 2014 zum Ergebnis, dass menschlicher Einfluss für die globale Erwärmung "sehr wahrscheinlich" verantwortlich ist. Bis Mitte des Jahrhunderts rechnen die Klimaforscher mit einem Temperaturanstieg je nach Weltregion und Saison um 1,5 bis 3,7 Grad. Im Sommer werde es mehr und heftigere Niederschläge geben, im Winter weniger. Der Meeresspiegel werde weltweit im Mittel um 30 Zentimenter steigen, Gletscher rascher abschmelzen. Die Alpenregion etwa werde sich fast überall vom Skisport verabschieden müssen.

In NRW werde es zwischen 2031 und 2060 im Schnitt voraussichtlich etwa 1,9 Grad wärmer sein als von 1961 bis 1990, heißt es in der Studie. Die Niederschlagsmengen würden um rund fünf Prozent zunehmen. Dabei werde die Zunahme im Süderbergland und im Weserbergland stärker ausfallen als am Niederrhein, in der Westfälischen Bucht und im Westfälischen Tiefland.

NRW sei zudem bevölkerungsreich, dicht besiedelt und habe einen hohen Anteil versiegelter Fläche. In den Metropolregionen gebe es daher ein "hohes Potenzial für städtische Hitzeinseln". Mehr ältere und chronisch kranke Menschen dürften künftig gesundheitlichen Belastungen bis hin zum "Hitzetod" ausgesetzt sein. Zudem komme es zu einer erhöhten Gesundheitsgefahr durch die Verbreitung von Zecken und Insekten, die Krankheiten wie Borreliose übertragen.

"Hitzewellen, Stürme und Überschwemmungen haben schon in den vergangenen zehn Jahren spürbar zugenommen. Das ist aber nur ein kleiner Vorgeschmack", sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. Wegen der häufigeren Hagelunwetter in NRW seien die Ernteversicherungen für die Bauern in den letzten Jahren bereits gestiegen.

Quelle: RP
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