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Hitze in NRW
38 Grad in Duisburg am heißesten Tag des Jahres

Die schönsten Schattenplätze unserer Leser
Die schönsten Schattenplätze unserer Leser FOTO: Facebook/Mini Balura Fiedler
Düsseldorf. Heiße Wüstenluft aus Afrika hat Nordrhein-Westfalen in einen Backofen verwandelt. Der heißeste Ort in Deutschland in der Zeit zwischen 5 und 6 Uhr war Düsseldorf. Den Höchstwert am Tag erreichte aber Duisburg.

Es ist der bislang heißeste Tag des Jahres: Bis zu 38 Grad wurden am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen gemessen. Am Niederrhein an der holländischen Grenze sowie in Duisburg lag der Höchstwert bei jeweils 38,0 Grad, wie ein DWD-Sprecher mitteilte. Am Mittwoch hatte der DWD die höchste Temperatur mit 35,1 Grad in Kleve gemessen. "Auf das ganze Bundesland betrachtet rangierten die Werte im mittleren Bereich zwischen 33 und 37 Grad", sagte der Sprecher weiter.

Vor allem Köln, Düsseldorf und die Rheinschiene haben sich wieder in eine riesige Sauna verwandelt. Die vergangene Nacht und der Morgen an Rhein und Ruhr hatten bereits für Rekorde in Deutschland gesorgt. Am heißesten war es in der Nacht mit 24,7 Grad in Düsseldorf sowie in Gevelsberg am Südrand des Ruhrgebietes, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Donnerstag mitteilte. Auch in Tönisvorst bei Krefeld und im Remscheider Ortsteil Lennep war die Nacht mit 23,8 und 22,8 Grad sehr warm. Die höchsten Tiefsttemperaturen wurden zwischen 5 und 6 Uhr gemessen. Wenn in diesen sonst kühlen Morgenstunden das Thermometer über 20 Grad steigt, sprechen Meteorologen von einer Tropennacht.

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Doch der Gipfel der Temperaturen ist damit vermutlich noch nicht erreicht. Freitag und womöglich auch Samstag werden noch höhere Werte erwartet.

Die verschiedenen Typen der Freibäder in Düsseldorf FOTO: Bretz, Andreas

Einen Vorgeschmack auf den Hitzegipfel in den kommenden Tagen bot bereits der Mittwoch: Am Flughafen Weeze standen 34 Grad auf dem Thermometer - rund 800 Meter höher auf dem Kahlen Asten waren es immerhin 24 Grad. Die Stadt Düsseldorf hat aufgrund der hohen Temperaturen ihre Bürger schon aufgerufen, öffentliche Bäume zu gießen. Die Ozonwerte steigen und sorgen bei vielen Menschen für gesundheitliche Probleme. 

10 kühle Freizeittipps für die Region FOTO: dpa, kjh sab

Aber wackelt  auch der mehr als fünf Jahrzehnte alte Hitzerekord in Nordrhein-Westfalen? Spitzenreiter in den Messungen des Deutschen Wetterdienstes ist die frühere Wetterstation im Botanischen Garten von Köln, dort wurden am 4. Juli 1957 insgesamt 39,3 Grad gemessen - zumindest offiziell.

Der private Wetterdienst Meteomedia, der auf andere Messstationen zurückgreift, legt da noch einen drauf. Er spricht bei seinen Aufzeichnungen von einem NRW-Rekordwert von schwitzigen 40,1 Grad, gemessen 2003 in Weilerswist (Kreis Euskirchen).

"Wir werden schon am Donnerstag eine Anmutung davon bekommen, was die Luftmasse hergeben kann", sagt DWD-Mitarbeiter Thomas Kesseler-Lauterkorn in Essen. "Das Potenzial für einen Rekord erwarten wir dann für Samstag, aber die Bewölkung könnte den Rekordjägern noch einen Strich durch die Rechnung machen."

Wasser in den Talsperren

Dass das Wasser knapp wird, müssen die Menschen in NRW aber nicht befürchten. "Die Talsperren im Sauerland sind gut gefüllt", sagte ein Sprecher des Ruhrverbands in Essen. So ist etwa die Möhnetalsperre, die 134,5 Millionen Kubikmeter fasst, nahezu komplett voll. Der Ruhrverband betreibt acht Talsperren im Sauerland und sichert die Wasserversorgung von rund 4,6 Millionen Menschen. Auch für die Schifffahrt gibt es auf den Flüssen bislang noch keine Probleme.

Die Ozonwerte waren zuletzt zwar schon deutlich angestiegen. Das Landesumweltamt rechnet aber nicht damit, dass in den nächsten Tagen der Warnwert von 240 Mikrogramm erreicht wird. Bei einer so starken Ozonbelastung werden Autofahrer aufgerufen, ihre Wagen stehenzulassen.

Die Auswirkungen der Hitze in NRW im Überblick:

Wasserstand Rhein: Am Mittwochmittag stand der Rheinpegel in Köln bei 2,82 Metern. Das war zwar unter dem Normalwasserstand von 3,21 Metern, aber noch deutlich vom Niedrigwasser im Jahrhundertsommer 2003 entfernt, als der Pegel bis auf 81 Zentimeter fiel. Für die Schifffahrt wird es kritisch, wenn der Pegel unter 1,40 Meter sinkt.

Ozon: Ab einem Wert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird Ozon-empfindlichen Menschen von Anstrengungen im Freien abgeraten. Wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) am Nachmittag mitteilte, wurde dieser Wert am Donnerstag überschritten. Welche Regionen besonders von der Ozonbelastung betroffen sind, lesen Sie auf der Internetseite des LANUV. Die gute Nachricht: In den Nächten baut sich das Ozon derzeit stark ab.

Straßenbäume: Sie brauchen Wasser - und zwar kräftig. Das Gartenamt Düsseldorf hat die Bürger gebeten, die Schattenspender vor der eigenen Haustür zu wässern. Einmal wöchentlich sechs Eimer Wasser seien dabei besser als einmal am Tag nur ein bisschen.

Vögel: Hunde verschaffen sich durchs Hecheln Abkühlung. Aber auch viele Vögel setzen sich so gegen hohe Temperaturen zur Wehr, sagt Birgit Königs vom Naturschutzbund (NABU) in NRW. Wer für die Vögel Trinkschalen in den Garten oder auf den Balkon stellt, sollte sie täglich heiß auswaschen. Sonst können sich Krankheitserreger bilden.

Waldbrände: Die Sahara-Hitze bis mindestens Samstag an. An der großen Trockenheit im Land wird sich also bis auf weiteres nichts ändern. "Es besteht überall eine große Waldbrandgefahr."

(lnw)
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