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Breitband in NRW
Wo das Internet schnell ist – und wo nicht

Grafik: So schnell ist das Internet in der Region
Grafik: So schnell ist das Internet in der Region FOTO: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur/ Grafik RP
Düsseldorf. Auf dem Land lohnt sich der Aufbau einer modernen Internet-Struktur für die Anbieter meist nicht. Deshalb klafft die Schere: In Ballungsgebieten glühen die Leitungen, auf dem Land ist die Unterversorgung teilweise dramatisch. Von Reinhard Kowalewsky und Thomas Reisener

Alle wollen schnelles Internet, aber niemand will dafür dafür Hunderte Euro im Monat bezahlen. Deshalb geraten ländliche Regionen ins Hintertreffen: Ihre Anbindung an die zentralen Internetknoten mit modernen Datenleitungen setzt die Verlegung neuer Kabel über weite Strecken voraus - allein die Tiefbauarbeiten kosten bis zu 70.000 Euro je Kilometer. Zudem wohnen dort weniger Menschen, die für ihren Anschluss bezahlen. Das schreckt die Anbieter ab.

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Deshalb unterstützt die Landesregierung "den Breitbandausbau mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln", wie das Wirtschaftsministerium mitteilt - aber die sind angesichts der knappen Kassen überschaubar. Für den ländlichen Ausbau sollen bis 2020 rund 60 Millionen Euro an die Kommunen fließen, zusätzlich rund 100 Millionen Euro für den Ausbau in ganz NRW. Diese Summe erhofft NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) sich aus dem NRW-Anteil am Verkaufserlös neuer Mobilfunk-Frequenzen. Hinzu kommen kleinere Förderbeträge aus Bundes- und Euro-Töpfen.

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Die Telekom als wichtigster Anbieter beziffert die Wirtschaftlichkeitslücke, also die Differenz zwischen den Ausbaukosten und ihrer Gewinnschwelle, auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Andere Unternehmen sprechen sogar von einer Lücke von bis zu zwei Milliarden Euro. Manche Initiativen in NRW wollen angesichts dieser Relationen nicht auf die dünnen Fördergelder warten und nehmen ihr Internet-Schicksal selbst in die Hand. In Hamminkeln-Loikum haben Landwirte zum Beispiel ihr 800-Seelen-Dorf ans schnelle Internet angeschlossen, indem sie selbst auf 25 Kilometern Glasfaserkabel verlegten - per Pflug.

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Quelle: RP
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