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Keine Auslieferung mehr von warmen Speisen
Wuppertaler Tafel hofft auf Einigung mit Lebensmittelamt

Wuppertaler Tafel: Vorsitzender hofft auf Einigung mit Lebensmittelamt
Eine warme Suppe für Bedürftige (Symbolbild). FOTO: dpa
Wuppertal. Die Wuppertaler Tafel darf aufgrund einer EU-Verordnung kein warmes Essen mehr ausliefern. Aus einem Gespräch mit dem Bergischen Lebensmittelüberwachungsamt ging noch keine Lösung hervor. Kommende Woche soll ein zweites Treffen folgen. Von Tanja Karrasch

Seit der vergangenen Woche darf die Wuppertaler Tafel warme Mahlzeiten, die in der eigenen Küche gekocht werden, nicht mehr außer Haus anbieten. Bei einer Kontrolle war dem zuständigen Bergischen Lebensmittelamt aus Solingen aufgefallen, dass die Tafel mehr warme Mahlzeiten ausliefert, als laut einer EU-Verordnung erlaubt ist. Organisationen, die mehr als ein Drittel ihrer warmen Mahlzeiten an andere Einrichtungen liefern, müssen demnach als gewerblicher Betrieb gelten. 

Die Verantwortlichen der Tafel und das Lebensmittelüberwachunsamt aus Solingen hatten sich am Freitag getroffen, um nach einer Lösung zu suchen. Bei dem Gespräch, an dem auch der Wuppertaler Dezernent Matthias Nocke teilgenommen hatte, seien zunächst nur Fakten ausgetauscht worden, sagte eine Sprecherin der Stadt Solingen unserer Redaktion. Das Ergebnis sei ein weiterer Gesprächstermin "auf fachlicher Ebene" in der kommenden Woche. Danach sollen Ergebnisse präsentiert werden. 

Der Vorsitzende der Wuppertaler Tafel, Wolfang Nielsen, bewertete das Treffen dennoch positiv. Man wolle gemeinsam an einer Lösung arbeiten, die der EU-Verordnung entspricht. "Man kann der Lebensmittelüberwachung keinen Vorwurf machen", sagte Nielsen unserer Redaktion. 

Tafel kann strenge Auflagen nicht stemmen

Würde die Tafel tatsächlich als gewerblicher Betrieb angemeldet, müsste sie viel strengere Auflagen und Hygienevorschriften erfüllen, bauliche Maßnahmen umsetzen, Proben von Speisen einschicken und vieles mehr. "Da sind die Vorschriften noch härter, das kann eine Tafel nicht leisten", sagte Nielsen. 

Um unter die Quote zu kommen, stoppte die Wuppertaler Tafel daher die Essenslieferungen an den Kinderschutzbund, an zwei städtische Jugendeinrichtungen und die Kinder- und Jugendfarm Wuppertal. Auch das "Plattenessen" schränkte Nielsen stark ein. Mit einem Sozialmobil waren bisher Suppen und warme Getränke zu Obdachlosen und Bedürftigen gebracht worden. 

Tafel will konkrete Vorgaben

Die Verantwortlichen bei der Tafel hoffen nun, dass bei dem zweiten Treffen eine genaue Anzahl an Gerichten festgelegt wird, die sie täglich außer Haus verteilen dürfen, "ohne wieder anzuecken", sagte Nielsen. Dass sie in Zukunft nicht mehr wie gewohnt alle Jugendzentren und Platten mit warmen Essen beliefern können, damit hat sich der Vorsitzende weitgehend abgefunden.

Die Obdachlosen und Bedürftigen in Oberbarmen, Barmen und Wichlingshausen werden nun nur noch mit kalten Lebensmitteln, mit belegten Brötchen und Kuchen beliefert. Die Menschen könnten aber zum Hauptsitz der Tafel kommen, um sich dort warme Mahlzeiten abzuholen, erklärt Nielsen. 

In Elberfeld hingegen will die Tafel möglichst bald wieder warmes Essen ausliefern, besonders, da es nun wieder kälter wird. Etwa hundert Essen würden dort pro Tag benötigt, so Nielsen. Ob die Tafel so viele warme Mahlzeiten in Zukunft tatsächlich ausliefern darf, könnte das Treffen in der kommenden Woche ergeben. 

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