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Busse in Grevenbroich zu klein?
Zu Stoßzeiten passt kein Kinderwagen mehr in den Bus

Busse in Grevenbroich zu klein?: Zu Stoßzeiten passt kein Kinderwagen mehr in den Bus
Rausgeworfen: Anne Steffen mit Sohn. FOTO: Staniek
Grevenbroich. Nachdem eine Mutter mit Kind aus dem Bus geworfen wurde, will der Grevenbroicher Verkehrsverbund den Vorfall durch Qualitätsprüfer untersuchen lassen. Grund für den mehrfachen Rauswurf soll gewesen sein, dass die Busse zu voll waren. Größere Fahrzeuge wären eine Lösung. Von Wiljo Piel und Carsten Sommerfeld

Der Fall hat überregional für Schlagzeilen gesorgt - und der Busverkehr Rheinland (BVR) wird aktiv. Nachdem eine Mutter mit Kinderwagen in der Vorwoche aus einem Stadtbus geworfen wurde, will die bahneigene Gesellschaft offenbar Verbesserungen auf der Linie 891 einführen. Uwe Schröder, der beim BVR für den Personenverkehr verantwortlich ist, war am Montag in Grevenbroich, um sich vor Ort ein Bild zu verschaffen.

Seine Erkenntnisse: In der Zeit von 9.30 bis 18 Uhr ist die 891 wohl stärker als bisher ausgelastet, zudem gibt es Kapazitätsprobleme in den Mehrzweckbereichen der Busse, in denen Gepäck, Kinderwagen oder Rollatoren abgestellt werden können. Ob jetzt zusätzliche oder größere Fahrzeuge auf dieser Linie eingesetzt werden, steht noch nicht fest. Wie es aus dem Rathaus heißt, will Schröder erst einmal Qualitätsprüfer einsetzen und mit Fahrgastzählungen beauftragen. Auf der Basis von neuen Zahlen sollen dann Entscheidungen getroffen werden.

Weil die Busse voll waren, durfte eine junge Frau vier Mal mit ihrem Baby nicht in die Linie 891 einsteigen. In der vergangenen Woche forderte ein Busfahrer sogar eine Mutter mit ihrem Kleinkind auf, drei Haltestellen vor ihrem Ziel wieder auszusteigen. "So etwas darf sich nicht wiederholen - es muss eine Lösung gefunden werden", sagt Bürgermeister Klaus Krützen. Er hat den Busverkehr Rheinland zu einer besseren Serviceleistung aufgefordert. Schließlich zahlt die Stadt für den Nahverkehr - und das mit rund einer Million Euro jährlich auch nicht zu knapp.

Da die Linie 891 offensichtlich zu bestimmten Zeiten stark frequentiert werde, müssten die Kapazitäten erweitert werden, meint der Bürgermeister: "Durch den Einsatz weiterer oder größerer Busse könnte die Situation entspannt werden."

Sollte sich bei jetzt anlaufenden Prüfung herausstellen, dass auf der Linie 891 regelmäßig Fahrgäste nicht mitgenommen werden können, wäre ein Verstärkungswagen oder der Einsatz eines Gelenkbusses eine Lösung, so BVR-Geschäftsführer Siegfried Dargatz auf Anfrage unserer Redaktion. Mit einem Ergebnis rechnet er "im Laufe dieser oder Anfang nächster Woche".

Auch die Grünen sehen Handlungsbedarf - aber nicht nur auf der Linie 891. "Wir brauchen ein Gesamtkonzept für den Busverkehr in der Stadt. Es hakt an mehreren Stellen", sagt Ratsmitglied Dieter Dorok. Große Teile von Elsen seien nicht an das Busliniennetz angebunden, ebenso nicht der Bahnhof in Frimmersdorf. Auch in Gustorf und Gindorf seien Verbesserungen erforderlich. "Es gibt zahlreiche Anträge verschiedener Fraktionen zum Busverkehr - aber vieles verläuft im Sande, wird aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt", kritisiert er. So sollte etwa im Rahmen des "European Energy Award" der Personennahverkehr in der Stadt Grevenbroich überprüft werden, aber bisher sei nichts geschehen - "das ärgert mich maßlos", so Dorok.

Eine Grundlage für Verbesserungen im ÖPNV könnte die Fahrgastzählung auf den Stadtbuslinien sein. Nach Informationen unserer Zeitung liegen die Daten längst im Rathaus vor, sie sind aber noch nicht ausgewertet worden. Von der Stadtverwaltung gab es dazu gegenüber der Redaktion keine Auskunft.

Quelle: NGZ
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