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50 Verletzte in Meerbusch
Bundesamt und Polizei suchen nach Ursache für Unglück

Schweres Zugunglück in Meerbusch bei Düsseldorf
Meerbusch. Am Morgen nach dem schweren Zugunglück in Meerbusch mit 50 Verletzten beginnen die Ermittlungen. Noch ist unklar, warum ein Regionalzug auf offener Strecke gegen einen stehenden Güterzug prallte. Bundespolizei und Eisenbahnbundesamt suchen nach der Ursache. Das könnte dauern.   Von Olivia Konieczny

Am Dienstagabend war in Meerbusch-Osterrath ein Zug der Regional-Express-Linie 7 von Köln nach Krefeld auf einen stehenden Güterzug von DB Cargo aufgefahren, der auf dem Weg von Dillingen nach Rotterdam war. In dem Personenzug saßen 155 Menschen. Nach Angaben der Bundespolizei am Mittwochmittag wurden insgesamt 50 von ihnen verletzt - neun schwer. Eine Person habe kurzzeitig in Lebensgefahr geschwebt, bestätigte der Feuerwehrsprecher Lutz Meierherm unserer Redaktion. Ihr Zustand habe sich inzwischen stabilisiert.

Zunächst hatte es unterschiedliche Angaben über die Zahl der Verletzten gegeben. "Das lag daran, dass wir zwei bis drei Stunden gar nicht in den Zug reinkamen und die Menschen nur von außen sehen und uns allenfalls telefonisch mit ihnen in Verbindung setzen konnten", erklärte Jens Flören, Sprecher der Bundespolizei in Sankt Augustin am Mittwochmorgen. Erst später habe der Rettungsdienst alle Passagiere untersuchen und ihre Verletzungen diagnostizieren können. Insgesamt waren rund 400 Einsatzkräfte aus der ganzen Region beteiligt.  

Bilder aus der Luft vom Zugunglück in Meerbusch FOTO: Christoph Reichwein

Suche nach der Ursache könnte dauern

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist in den Stunden nach dem Unfall völlig unklar. Betreiber und Behörden stellen sich auf eine umfassende Fehlersuche ein. "Es ist alles offen. Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck an den Ermittlungen", sagte Polizeisprecher Flören. Die Bundespolizei ermittelt zusammen mit dem Eisenbahnbundesamt.

Am Mittwoch würden zunächst weitere Videos und Fotos am Unfallort aufgenommen und Daten ausgelesen. "Nach dem Unfall hatte erst die Rettung der Menschen Priorität. Jetzt stehen die Ermittlungen im Fokus, dann erst die Bergung der Züge", sagte Flören. Wann die Unfallstelle dafür freigegeben werden kann, sei derzeit noch nicht absehbar. Erst recht offen ist, wann die Strecke zwischen Neuss und Krefeld wieder befahrbar sein wird. "Wenn die Waggons auseinandergezogen werden, müssen unter Umständen noch weitere Spuren gesichert werden", sagte Flören. Erst dann könne die Bahn mit der Bergung der Züge beginnen.

Betroffen sind die RE7 und RE10. Inzwischen verkehren Ersatzbusse. Unter anderem muss auch das Gleisbett auf Schäden überprüft werden. Das alles könnte möglicherweise Tage dauern, sagte Marcel Winter, Sprecher des Zugbetreibers National Express Rail GmbH am Mittwochmorgen.

Zugunglück in Meerbusch - der Tag nach dem Unfall FOTO: dpa, rwe

Berichte zum möglichen Unfallhergang wollte der Polizeisprecher gegenüber unserer Redaktion nicht kommentieren: "Das sind derzeit alles Spekulationen", sagte Flören. So berichtet etwa der WDR, dass der Zug Fahrgästen zufolge vor dem Zusammenprall schon einmal kurz angehalten habe - laut Durchsage wegen eines anderen Zugs auf den Gleisen. Vor dem Aufprall hatte der Zugführer noch scharf gebremst und damit Schlimmeres verhindert.

(mit dpa/lnw)
 
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