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Strafvollzug in NRW
Zunehmende Probleme mit Maghreb-Häftlingen

Strafvollzug in NRW: Zunehmende Probleme mit Maghreb-Häftlingen
Die Zahl der Häftlinge aus Maghreb-Staaten ist in den NRW seit Ende 2010 um zwei Drittel auf 355 Insassen gestiegen. FOTO: dpa, obe;Fdt
Düsseldorf. Fast zwei Drittel der 36 Gefängnisse in NRW haben Probleme mit der zunehmenden Zahl von Häftlingen aus den Maghreb-Staaten. Beklagt werden vor allem Respektlosigkeiten und Beleidigungen gegenüber weiblichen Bediensteten, aber auch Gewalt und hoher Drogenkonsum.

Das geht aus einer am Montag in Düsseldorf veröffentlichten Antwort von NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) auf eine Anfrage aus der CDU-Landtagsfraktion hervor.  Die Zahl der Häftlinge aus Algerien, Libyen, Marokko und Tunesien ist demnach in den NRW-Anstalten seit Ende 2010 um zwei Drittel auf 355 Insassen gestiegen, darunter 68 Jugendstrafgefangene. Mit 213 Häftlingen kommen die meisten aus Marokko.

Zu den Hauptproblemen zählten Verständigungsschwierigkeiten, teilte der Minister mit. In den NRW-Anstalten gebe es erst 14 arabisch sprechende Strafvollzugsbedienstete - 2010 waren es sogar nur zwei.

Zu den häufig aufgelisteten Auffälligkeiten gehöre auch forderndes Auftreten verbunden mit Androhung eines Suizids.  Deshalb müssten sie "überproportional häufig" in besonders gesicherten Hafträumen untergebracht werden. Außerdem verzeichnen die Strafvollzugsanstalten Temperamentsausbrüche, Übergriffe auf Bedienstete, fehlende Akzeptanz gegenüber gesetzlichen Vorgaben und Regeln sowie "völlige Uneinsichtigkeit bei eigenem Fehlverhalten". 

Häufig bestehe bei den nordafrikanischen Gefangenen eine Medikamenten- oder Drogenabhängigkeit, erklärte der Minister. Immer wieder komme es zu "handgreiflichen Aggressionen" und Übergriffe aus Bedienstete. Schwierigkeiten gebe es auch bei der Wiedereingliederung nach der Haft, da den Migranten oft der "soziale Empfangsraum fehle", weil ihre Familien im Herkunftsland lebten.

 

(top/lnw/kna)
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