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Düsseldorf
Patchwork hält in Kinderbücher Einzug

Düsseldorf. Ministerin: Das Familienbild in der Literatur für die Jüngsten wird vielfältiger. Von Kirsten Bialdiga

Die eine Mutter hält sich Tomatenscheiben vor die Augen, die andere Mutter räumt die Tassen ab. Der Sohn sitzt am Tisch und beißt fröhlich in sein Sandwich. Die Zeichnung stammt aus einem neuen Kinderbuch und ist zurzeit in einer Ausstellung des NRW-Familienministeriums zu sehen.

"Wer wissen will, wie eine Gesellschaft tickt, der sollte in Kinderbücher schauen", sagte Familienministerin Christina Kampmann (SPD) gestern bei Eröffnung der Ausstellung "Alles Familie. Familiendarstellungen in aktuellen Bilderbüchern", die noch bis zum 20. Mai in den Räumen des Ministeriums in Düsseldorf zu sehen ist. In den Büchern gehe es immer bunter zu. Regenbogenfamilien mit einem gleichgeschlechtlichen Elternpaar, Alleinerziehende oder Patchworkfamilien mit seitenlangen Stammbäumen sind dort inzwischen keine Ausnahme mehr.

Der Kinderbuchklassiker "Conni", in dem es zu Hause ordentlich und aufgeräumt ist, die Mutter für die Kinder immer da ist und der Vater pünktlich von der Arbeit kommt, spiegele längst nicht mehr die Realität der Familien wider, so Kampmann. Auch für die eigene Arbeit sieht die Ministerin in den Büchern wertvolle Hinweise darauf, was Familien von der Politik erwarten, und schlussfolgert, dass es bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch einiges zu verbessern gibt. 430 Millionen Euro sollen bis 2018 in den Ausbau der Betreuung fließen und dadurch 7000 bis 8000 Kita-Plätze für die Über-Dreijährigen geschaffen werden. Weitere 70 Millionen Euro stehen für die Unter-Dreijährigen zur Verfügung. Gerade die Jüngsten gehen in NRW noch sehr häufig leer aus.

Ansonsten ergeht es manchem Kind im Land womöglich bald so wie jenem Jungen auf einer anderen Zeichnung: Er sitzt auf einer Schaukel, die stillsteht, hat den Kopf auf die Hände gestützt und die Ellbogen auf die Knie. Und er ist ganz allein.

Quelle: RP
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