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Köln
Polizei durchsucht Wohnungen nach Abi-Randale

Köln. Nach der Eskalation eines Abistreichs mit Schwerverletzten in Köln haben Ermittler bei einem Schüler eine Schleuder beschlagnahmt. Sie sei im Auto des 18-Jährigen gefunden worden, teilte die Polizei gestern mit. Es habe auch eine Wohnungsdurchsuchung gegeben. Der Schüler werde verdächtigt, die Schleuder bei der Abi-Randale in der Nacht zu Dienstag zusammen mit anderen benutzt zu haben. Zwei Schüler waren schwer am Kopf getroffen worden Zu welcher Schule der 18-Jährige gehört, wollten die Beamten nicht sagen.

Der Schülersprecher des betroffenen Kölner Humboldt-Gymnasiums schloss gestern ähnliche folgenschwere Auseinandersetzungen in den kommenden Jahren aus. "Es wird in den nächsten Jahren deutlich ruhiger werden", kündigte Noah Gottschalk gestern an. "In diesem Jahr ist viel zu Bruch gegangen", sagte er über die Folgen der Eskalation. Unter anderem wurde auch ein Polizist verletzt.

Hintergrund der Auseinandersetzungen sollen gegenseitige Provokationen unterschiedlicher Schulen in der Stadt sein, die schon seit Jahren laufen. Im konkreten Fall reklamierten die Humboldt-Abiturienten, selbst nicht mit der Gewalt angefangen zu haben. Die Schulleitung äußerte die Vermutung, dass sich "Nicht-Schüler" unter den Pulk gemischt haben könnten.

Bühne für den auch als "Abi-Krieg" bezeichneten Kölner Schülerstreit ist die sogenannte Mottowoche. Die letzten Tage vor den Osterferien werden vielerorts für besondere Aktionen und Verkleidungen genutzt. Kölns Stadtdechant Robert Kleine verurteilte das Verhalten der Abiturienten in seiner Stadt scharf. "Das Verhalten ist kindisch und kriminell", kritisierte Klein.

Auch in anderen nordrhein-westfälischen Städten gab es am Rande der Mottwochen Polizeieinsätze - wenn auch nicht so dramatische wie in Köln. In Erkelenz wurden Schüler durch gezündete Knallkörper verletzt. Eine 18-Jährige erlitt Kopfverletzungen. In Moers versprühte ein Jugendlicher massenhaft Löschschaum auf den Fluren. In Düsseldorf wurde ein Hausmeister von mehreren Schülern eines anderen Gymnasiums zusammengeschlagen. Nun ermittelt die Polizei aber auch gegen den Hausmeister, weil dieser offenbar Reizgas gegen die Schüler eingesetzt hat. Der Abischerz wurde daraufhin von den Schülern abgesagt.

(RP/dpa)
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