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Hilden
Polizei ermittelt nach Chlorgas-Unfall

Hilden. Erste Erkenntnisse sprechen für menschliches Versagen. Das Bad ist geöffnet. Von Claudia Hauser und Christoph Schmidt

Nach dem Austritt von Chlorgas im Spaßbad "Hildorado" in Hilden sind am Sonntagnachmittag zwei Erwachsene und sieben Jugendliche vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. "Es war offenbar nur eine kleine Menge Chlorgas", sagt Hildens Feuerwehr-Chef Hans-Peter Kremer. "Wir konnten nach unserem Eintreffen kein Chlorgas mehr im ,Hildorado' messen. Die Mitarbeiter des Bades haben sehr gut reagiert, die rund 500 Gäste evakuiert und die Lüftung abgeschaltet." Marco Strohm, einer der leitenden Notärzte der Stadt Köln, hält es für ausgeschlossen, dass die neun Verletzten Folgeschäden davontragen: "Wichtig ist es, die Patienten eine Nacht lang zu beobachten, ihre Sauerstoffwerte zu überprüfen, damit keine Hinweise auf eine Entzündung oder Wasser in der Lunge übersehen werden."

Die Kreispolizei Mettmann ermittelt wegen Körperverletzung - weil sie dazu verpflichtet ist. "Nach ersten Erkenntnissen spricht alles für menschliches Versagen", so Sprecher Ulrich Löhe. Ein Mitarbeiter im Technikraum des Hallenbades hat das meiste Chlorgas abbekommen. Er durfte nach einer Nacht in der Klinik nach Hause, berichtet Sabine Müller, Sprecherin der Stadtwerke Hilden. Die Stadtwerke betreiben das "Hildorado". "Es handelt sich um einen sehr erfahrenen Mitarbeiter. Ihm geht es den Umständen entsprechend gut. Er ist arbeitsfähig, aber seelisch sehr betroffen. Ein Notfallseelsorger hat ihn betreut."

Das Freizeitbad ist seit gestern wieder geöffnet. Müller kann sich an keinen Vorfall dieser Art in den vergangenen 24 Jahren erinnern.

In der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen mit Sitz in Essen sind nach eigenen Angaben rund 1300 Badbetreiber und Fachleute aus ganz Deutschland organisiert. "Unfälle mit Chlor in Schwimmbädern sind relativ selten", sagt Diplom-Ingenieur Markus Funcke. Wenn dennoch etwas passiere, handele es sich meist um menschliches Versagen. Chlorgasräume in Schwimmbädern müssten speziell begutachtet werden. Mitarbeiter, die dort arbeiten, würden zusätzlich geschult.

Quelle: RP
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