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Köln
Polizei zieht in Kölner Flüchtlingsheim

Köln. Nach Vorwürfen über sexuelle Übergriffe sollen die Frauen befragt werden. Von Tim Specks

Die Kölner Polizei setzt bei den Ermittlungen zu den Vorwürfen sexueller Übergriffe auf Flüchtlinge durch Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes im Flüchtlingsheim Westerwaldstraße verstärkt auf weibliches Personal. Die Bewohnerinnen der Unterkunft werden seit gestern vor allem von Polizistinnen vernommen, unterstützt werden sie dabei von Dolmetscherinnen. "Wir hoffen, dass hierdurch die Hemmschwelle der Betroffenen, über eventuelle Übergriffe zu sprechen, sinkt", erklärt Polizeisprecher Thomas Held. Die zuvor in zwei anonymen Briefen geäußerten Vorwürfe, die sich gegen das Sicherheitspersonal und die für das Flüchtlingsheim verantwortliche Stadt Köln richten, habe bislang aber noch kein Bewohner offiziell bestätigt.

Beamte der Kölner Polizei haben mittlerweile Räumlichkeiten in der Flüchtlingsunterkunft bezogen. "So können die Gespräche mit den Frauen vor Ort in entspannter Atmosphäre geführt werden", so Held. Neben den Polizisten ist auch eine Gerichtshelferin und eine Beraterin des Weißen Rings, einem Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern, im Flüchtlingsheim im Einsatz. Da einige Bewohner möglicherweise schlechte Erfahrungen mit den Polizei-Behörden in ihren Herkunftsländern haben, erhoffen sich die Beamten, dass sich eventuelle Opfer gegenüber diesen Frauen öffnen.

Die Bewohner des Heims berichten derweil weiter anonym über sexuelle Übergriffe und schlechte Wohnverhältnisse. "Ich habe beobachtet, dass ein Security-Mitarbeiter nachts schlafende Frauen fotografiert hat", erklärte eine 39-jährige Frau "Spiegel Online". "Es stinkt in der Halle, ich gehe nachts immer wieder raus, um Luft zu bekommen", erzählte eine weitere Bewohnerin. Von sexuellen Übergriffen jedoch wisse sie nichts.

Laut Held ermittelt die Polizei derzeit in drei Richtungen: "Wir suchen eventuell Geschädigte, prüfen, wer die beiden offenen Briefe tatsächlich verfasst hat und suchen vermeintliche Zeugen unter den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes. Bisher gibt es keine konkreten Anhaltspunkte für Straftaten."

Quelle: RP
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