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Bochum/München
Rechtsextreme "Oldschool Society" vor Gericht

Bochum/München. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat gestern vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen vier mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen Terrorgruppe "Oldschool Society" (OSS) begonnen. Zu der Gruppierung gehört auch der aus Bochum stammende Olaf G. Die Bundesanwaltschaft wirft den drei Männern und einer Frau die Bildung einer terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung eines Anschlags auf ein Flüchtlingsheim in Sachsen vor.

Die Planungen der Gruppe aus Augsburg zielten laut Anklage auf "Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte mit pyrotechnischen Sprengkörpern, insbesondere in Form von Brand- und Nagelbomben". Dabei habe die OSS "die Tötung von Menschen zumindest billigend in Kauf genommen", sagte Oberstaatsanwalt Jörn Hauschild. Die Angeklagten hätten bereits konkrete Vorbereitungen getroffen, über die die Rädelsführer Andreas H. und Markus W. auch am Telefon sprachen.

Die Verteidigung von Andreas H. sieht dagegen keine konkreten Pläne und auch keine Terrororganisation. Die Pläne seien zunächst "eher vage" gewesen.

Die Gruppe hatte sich über Facebook und Kurznachrichtendienste im Internet zusammengefunden. Bei einem Treffen im Mai 2015 im sächsischen Borna wollten die Mitglieder laut Anklage einen Anschlag auf das dortige Flüchtlingsheim vorbereiten und verüben. Die "Oldschool Society" bestand nach den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft aus mehr als den vier angeklagten Personen. Gegen wie viele Personen konkret derzeit noch ermittelt wird, wollte Oberstaatsanwalt Hauschild nicht sagen.

(dpa)
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