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Köln
Reisender legt Kölner Flughafen lahm

Polizei sperrt Terminal am Flughafen Köln/Bonn
Polizei sperrt Terminal am Flughafen Köln/Bonn FOTO: dpa, mb jai
Köln. Ein 62-jähriger Spanier ist unkontrolliert in den Sicherheitsbereich des Airports gelangt. Ein Terminal wurde geräumt, mehrere Flüge wurden verschoben. Der Reisende hatte schnell zu seinem Flieger gewollt und die falsche Tür gewählt. Von Tim Specks

Er wollte ein paar Minuten Zeit sparen und löste damit ein Chaos am Köln/Bonner Flughafen aus. Ein 62-jähriger Spanier ist gestern Morgen unkontrolliert in den Sicherheitsbereich des Airports gelangt und hat so für die Räumung eines Terminals sowie mehrere Flugverspätungen gesorgt. Etwa zwei Stunden, nachdem der Vorfall bekanntgeworden war, wurde der Mann identifiziert und auf eine Polizei-Wache gebracht. Es stellte sich heraus, dass er nicht in böser Absicht gehandelt hatte - er wollte lediglich auf dem kürzesten Weg zu seinem Flieger.

Bemerkt worden war der Vorfall von zwei am Flughafen beschäftigten Mitarbeitern der Sicherheits-Firma Kötter Aviation Security. Sie beobachteten, wie der Mann in dem Moment, in dem sich die automatische Tür des Ausgangs für Reisende mit Handgepäck öffnete, unerlaubterweise durch diese Schleuse in den Sicherheitsbereich ging. Sie meldeten dies der Bundespolizei, die zunächst den Flugverkehr an Terminal 1 stoppte. Insgesamt fünf Flieger, die bereits auf dem Rollfeld standen, mussten zurück zu ihrer Parkposition fahren. Die Passagiere von vier Flugzeugen mussten die Maschinen verlassen und erneut die Sicherheitskontrollen im Flughafen passieren.

Gegen 12.15 Uhr wurde dann der Sicherheitsbereich auf der Abflugebene im Terminal 1 geräumt. Auch die Passagiere, die sich dort aufhielten, mussten erneut durch die Sicherheitskontrolle. "Das Ganze lief nach einem standardisierten Verfahren. Noch einmal alle Fluggäste zu kontrollieren, war nötig, um auszuschließen, dass zum Beispiel ein unerlaubter Gegenstand von dem gesuchten Passagier an einen anderen übergeben wurde", erklärte Flughafensprecher Alexander Weise.

Während die Fluggäste das Terminal verließen, wurde der gesuchte 62-Jährige von den beiden Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes erkannt. Beamte der Bundespolizei brachten ihn daraufhin auf die Flughafen-Wache. In der Vernehmung gab der Reisende, der auf dem Weg nach Faro in Portugal war, an, er habe den schnellsten Weg zu seinem Flieger gesucht. Dabei wählte er offenbar die falsche Tür. "Er war sich überhaupt nicht bewusst, was er mit seinem Verhalten ausgelöst hat", so eine Sprecherin der Bundespolizei. Strafrechtliche Konsequenzen erwarten den Spanier, der seinen Flug im Übrigen nicht mehr erwischte, laut Bundespolizei nicht.

Insgesamt waren durch die Räumung des Terminals und die Suchaktion rund 2500 Reisende von Verspätungen betroffen. Der Reiseverkehr in Terminal 2 lief indes ungehindert weiter. "Es mussten auch keine Flüge gestrichen werden", so Alexander Weise. Gegen 15.30 Uhr hatte sich der Flugverkehr wieder normalisiert.

Erst im vergangenen März hatte es einen ähnlichen Fall am Köln/Bonner Flughafen gegeben. Damals war eine 23-jährige Frau unkontrolliert in den Sicherheitsbereich gelangt. Es begann eine stundenlange Suche nach ihr. Der Sicherheitsbereich am Terminal wurde komplett geräumt. Auch die Mitarbeiter der Flughafengastronomie und der Geschäfte im betroffenen Bereich mussten damals ihre Arbeitsplätze verlassen.

Später stellte sich heraus, dass es sich bei der gesuchten Frau um eine Polizistin in der Probezeit handelte, die in Zivilkleidung einem Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes ihren Dienstausweis vorgehalten hatte und dann unkontrolliert durch die Sicherheitsschleuse gegangen war. In der Vernehmung gab die 23-Jährige an, sie habe ihren Flug nicht verpassen wollen und sei deshalb in Eile gewesen.

Quelle: RP
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