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Düsseldorf
Salafistenprediger Sven Lau provoziert Zeugen

Düsseldorf. Im Prozess gegen den Salafistenprediger Sven Lau vorm Oberlandesgericht in Düsseldorf hat gestern ein einstiger Weggefährte ausgesagt. Dominik Schmitz, der über seine Erlebnisse auch ein Buch geschrieben hat, kommt wie der Angeklagte aus Mönchengladbach. Er war 2005 zum Islam konvertiert, ab 2007 wurde er Laus Kameramann und half diesem, Videos auf Youtube zu veröffentlichen. Lau war für Schmitz ein Vorbild, ein Bruder im Glauben, bald ein Freund. Bei einer Reise im saudi-arabischen Pilgerort Mekka sei es aber zum Bruch gekommen. "Da wurde mir bewusst, dass das gar keine Freundschaft war", sagte Schmitz vor Gericht. Zuletzt hätten sie sich vor etwa vier Jahren getroffen. Lau wollte daraufhin wissen, ob Schmitz sich an ein Treffen nahe des Gladbacher Hauptbahnhofs 2013 erinnere. Schmitz musste nachdenken, aber schließlich erinnerte er sich. Laus Strategie: Der Ex-Weggefährte soll unglaubwürdig wirken.

Lau ist angeklagt, weil er eine IS-nahe Terrororganisation in Syrien unterstützt haben soll. Nach Schmitz' Aussage seien zwei Ereignisse für die Radikalisierung der Gruppe ausschlaggebend gewesen: 2009 hatte ein Russlanddeutscher eine Muslima im Dresdner Landgericht aus Fremdenhass getötet. Zudem seien die Auseinandersetzungen mit der anti-salafistischen Bürgerinitiative in Mönchengladbach-Eicken intensiver geworden. Damals habe die Szene aus einem Gefühl der Ablehnung heraus die Haltung entwickelt: "Jetzt erst recht."

(heif)
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