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Düsseldorf/Köln
Silvesternacht: Marokkaner vor Gericht

Düsseldorf/Köln. Heute beginnt der erste Prozess wegen sexueller Nötigung an einer Frau.

Der erste der zahlreichen sexuellen Übergriffe aus der Silvesternacht soll heute in Düsseldorf vor Gericht verhandelt werden. Angeklagt ist ein 33-jähriger Marokkaner. Er soll in der Düsseldorfer Altstadt mit einer Gruppe aus 15 bis 20 Männern eine Frau umzingelt und ihr in den Intimbereich gefasst haben. Die Anklage wirft ihm sexuelle Nötigung vor. Der Mann soll noch zwei weitere Straftaten begangen haben, bei denen es um gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung geht.

Die Frau will ihren mutmaßlichen Peiniger im Fernsehen wiedererkannt haben: Er hatte sich in einem Beitrag von "Spiegel TV" zu Diebstählen und Diebesbanden interviewen lassen. Die 18-Jährige hatte sich daraufhin entschlossen, mit gut einem Monat Verspätung doch noch Strafanzeige zu erstatten. In der Düsseldorfer Altstadt war der Beschuldigte daraufhin von Ermittlern erkannt und festgenommen worden. Die Aussage der Mönchengladbacherin war nach Polizeiangaben von weiteren Zeugen bestätigt worden. Der 33-Jährige war bereits beim Auswerte- und Analyseprojekt "Casablanca" erfasst worden und durch eine Reihe von Delikten aufgefallen. Im "Casablanca"-Projekt hatte die Polizei 2244 Verdächtige aus Nordafrika erfasst, die in der Landeshauptstadt als Diebe ihr Unwesen treiben sollen. Für den Prozess am Amtsgericht sind vier Verhandlungstage geplant.

Denn nicht nur in Köln, auch in Düsseldorf sollen in der Silvesternacht in größerem Umfang Frauen sexuell belästigt worden sein. 118 Strafanzeigen seien deswegen in der Landeshauptstadt erstattet worden, berichtete die Polizei. Teilweise seien die sexuellen Übergriffe mit Diebstahl und Raub verbunden gewesen. Besonders heftig waren aber die Übergriffe in Köln gewesen. Dort waren Frauen am Hauptbahnhof massenhaft von Männergruppen - laut Opfern und Zeugen nordafrikanisch oder arabisch aussehend - umzingelt, sexuell bedrängt, bestohlen worden. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums hat die Kölner "Ermittlungsgruppe Neujahr" bis Ende März 1527 Straftaten mit 1218 Opfern erfasst.

(RP/dpa)
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