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Düren
Sorge um den Feuersalamander

Düren. Ein tödlicher Hautpilz bedroht das Reptil. Biologen befürchten das Schlimmste.

Biologen befürchten, dass sich ein für den Feuersalamander tödlicher Hautpilz von der Eifel aus weiter ausbreitet. Zwei Biologische Stationen und zwei Universitäten haben in der Eifel nach eigenen Angaben mit einer systematischen Erfassung begonnen, die Aufschluss über die Entwicklung geben soll. Der Pilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) war demnach 2015 zum ersten Mal in Deutschland an einem freilebenden Tier in der Eifel festgestellt worden.

In den Niederlanden hat der tödliche Hautpilz den Feuersalamander in den letzten Jahren beinahe ausgerottet, wie Lutz Dalbeck von der biologischen Station Düren sagt. Er arbeitet seit vielen Jahren im Amphibienschutz und kennt sich mit Salamandern sehr gut aus. In Belgien sei die Population völlig eingebrochen. Der "Salamanderfresser"-Pilz zerfresse die Haut der Tiere, die dann kurz danach sterben. Seit 2014 untersuchen die Biologischen Stationen Aachen und Düren und die Unis Trier und Braunschweig jedes Jahr in einem Monitoring, was auf deutscher Seite an der belgischen Grenze passiert.

Bei der Untersuchung zählen Biologen die Larven an den Laichplätzen. Von den erwachsenen Tieren streichen sie mit Wattestäbchen über die Haut. Die werden in Laboren auf den Pilz untersucht.

Fachleute gehen davon aus, dass der tödliche Hautpilz über den Handel mit Tieren aus Asien eingeschleppt wurde. Der erste Fall in Deutschland war bei einem Züchter bekanntgeworden, dem die Tiere im Terrarium wegstarben. In Gefahr sind nach Angaben des NRW-Umweltamtes nicht nur die prächtigen Feuersalamander, sondern auch Schwanzlurche wie Berg- und Teichmolch.

Im belgischen Grenzgebiet hatten die Behörden in den vergangenen Jahren Wanderer auf Schildern ermahnt, ihre Schuhe vor einer Wanderung in einem anderen Gebiet gut trocknen zu lassen, um den Pilz nicht zu verschleppen. Auch in Nordrhein-Westfalen hat das Landesumweltamt informiert.

"Wir dokumentieren, was jetzt passiert", sagt Dalbeck. Der Feuersalamander war vorher in der Region nie ein Sorgenkind, wie er sagt. Für den Biologen ist es ein fast unerträglicher Gedanke, dass der Mensch den Pilz eingeschleppt hat. "Den Amphibien geht es ja generell sehr schlecht. Und dann kommt das noch", sagt er.

(dpa)
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