| 10.15 Uhr

Istanbul
Soziale Medien halfen bei Abwehr des Staatsstreiches

Istanbul. Soziale Medien wie Twitter, Facebook und speziell der Video-Dienst Facetime von Apple spielten eine unerwartet große Rolle bei der Niederschlagung des Staatsstreiches in der Türkei. Am wichtigsten war wohl, dass Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zwar seinen Aufenthaltsort zeitweise geheim hielt, damit ihn die Putschisten nicht festnehmen konnten, er sich aber von unterwegs per Facetime live in eine TV-Sendung von CNN Türkei einschaltete. Die Moderatorin hielt ihr Smartphone hoch. So konnten die Zuschauer sehen, dass Erdogan noch lebte, und sie hörten, wie er die türkische Bevölkerung zum Widerstand aufrief.

Früher hatte Erdogan Twitter blockieren wollen, weil Demonstranten über den Kurznachrichtendienst kommunizierten, nun rief er Anhänger über Twitter und per SMS auf, Plätze und Flughäfen zu besetzen - Zehntausende folgten ihm.

Zusätzlichen Auftrieb erhielt der Widerstand durch über Twitter, Facebook und andere soziale Medien verbreitete Bilder und Videos von den Protesten, wobei eine traditionsreiche Kommunikationsform auch eine Rolle spielte: Islamische Prediger riefen von Minaretten aus zum Protest auf. Kein Wunder: Erdogan befürwortet eine Islamisierung der Türkei, in der Staat und Religion lange streng getrennt waren.

(rky)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Istanbul: Soziale Medien halfen bei Abwehr des Staatsstreiches


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.