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Kreis Viersen
Staatsschutz ermittelt gegen AfD-Politiker

Kreis Viersen. Der Nettetaler Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk (AfD) ist nach einem umstrittenen Boykott-Aufruf ins Visier des Staatsschutzes geraten. Der ermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Beim Neujahrsempfang in Krefeld hatte Gottschalk dazu aufgerufen, nicht mehr in türkischen Geschäften einzukaufen - und dies mit der türkischen Offensive gegen Kurden in Syrien begründet. Ein solcher Boykott-Aufruf ist historisch belastet: Mit dem Aufruf zum Boykott jüdischer Geschäfte begann in Nazi-Deutschland der Holocaust.

Wörtlich sagte Gottschalk: "Boykottiert die Läden der Türken in Deutschland, denn die fahren zu 70 Prozent auf Erdogan ab." Einen Tag später entschuldigte er sich für seine Äußerung. Gegen ihn gingen ein halbes Dutzend Strafanzeigen ein, bestätigte gestern eine Polizeisprecherin. Sein Konkurrent um den Spitzenplatz auf der NRW-Landesliste, Martin Renner, forderte den Rückzug Gottschalks aus allen Partei- und Fraktionsämtern.

(mrö)
 
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