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Aldenhoven
Staatsschutz ermittelt: Pfarrer von Neonazis überfallen?

Aldenhoven. Nach dem Überfall auf einen evangelischen Pfarrer in Aldenhoven bei Aachen hat sich jetzt der Staatsschutz eingeschaltet. Das Opfer vermutet die Täter in der rechtsextremen Szene. Von Nutzern entsprechender Internetseiten habe er in den vergangenen zwei Wochen massiv Drohungen erhalten, sagte der 56-Jährige. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Unbekannte hatten am Samstag gegen 23 Uhr bei dem Pfarrer geklingelt. Weil die Außenbeleuchtung ausgeschaltet war, konnte er nicht sehen, wer vor der Tür stand. "Es war dunkel, und schon kam der Schlag", sagt er. Geistesgegenwärtig habe er noch die Tür zugeschlagen und um Hilfe gerufen. "Da schoss schon das Blut aus Nase und Mund." Seine Familie verständigte Polizei und Rettungsdienst. Mit einem Gegenstand hatte man ihm auf den Kopf geschlagen und ihn mit Reizgas angesprüht. Nach dem Angriff habe er halb ohnmächtig dagelegen. Er zog sich unter anderem eine Augenverletzung zu und musste im Krankenhaus behandelt werden, hat seine Arbeit aber bereits wieder aufgenommen.

Der Pfarrer ist in der Flüchtlingshilfe aktiv. Am Wochenende etwa war er zu Gast bei einer Flüchtlingsfamilie. Und er engagiert sich seit 30 Jahren gegen Rechts. In Foren wehrt er sich offen gegen fremdenfeindliche Äußerungen. "Mit Namen und Gesicht. Es darf nichts unwidersprochen bleiben", unterstreicht der 56-Jährige sein Anliegen. Seinen Mut hat der Pfarrer nicht verloren. Er werde sich nicht einschüchtern lassen, betonte er: "Um mich habe ich keine Angst, um meine Familie mache ich mir Sorgen und werde über Schutzmaßnahmen nachdenken."

(dpa/vpu)
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