Tipps für Konzertbesucher
Ausgehen im Herbst
Tipps für Konzertbesucher: Ausgehen im Herbst
Nicht nur die Lautstärke kann bei einem Konzertbesuch problematisch werden, sondern auch das Wetter. Die Kleidung sollte nach dem so genannten Zwiebel-Prinzip zusammengestellt werden: viele dünne Schichten. „So kann man bei steigenden Temperaturen ein Kleidungsstück nach dem anderen ausziehen“, sagt Mediziner Ralph Eisenstein. FOTO: istockphoto.com
Ausgehen will gelernt sein. Gerade Konzertbesuche entpuppen sich schnell als Pleite, wenn man sich unvorbereitet auf den Weg macht. Deshalb einige Tipps für den Festivalbesuch im Herbst. Von Ina Hauser

 Wenn doch nur alle Menschen Klassik hören würden. Dann hätte Dr. Adam Stanek etwas weniger Arbeit. "Kammerkonzerte schaden dem Ohr nämlich nicht", erklärt der HNO-Arzt aus Hilden. "Das passiert nur bei Konzerten, bei denen die Musik elektrisch verstärkt wird." Wöchentlich tauchen in seiner Praxis Patienten auf, die zu hoher Lautstärke ausgesetzt waren und über Hörprobleme klagen. Viele davon waren zuvor bei einem Konzert. Damit der Konzertbesuch nicht mit einem Hörschaden endet, sollte man laut Stanek einige Tipps beherzigen.

Die Ohren schützen

Der Arzt empfiehlt, sich nicht zu lange in der Nähe der Boxen aufzuhalten. Denn dort ist es besonders laut. Rock- und Pop-Konzerte erreichen häufig Lautstärken von bis zu 100 Dezibel – das entspricht dem Lärm eines Presslufthammers in einem Meter Entfernung. "Ist man über einen gewissen Zeitraum einem solchen Lärmpegel ausgesetzt, kann das die Haarzellen im Innenohr schädigen", erklärt Stanek. "Eine Folge davon können Ohrgeräusche sein, beispielsweise ein ständiges Pfeifen oder Rauschen im Ohr." Der sogenannte Tinnitus. "Es kann auch eine vorübergehende Schwerhörigkeit oder Taubheit auftreten." In der Regel verschwinden diese Symptome nach einer Weile von allein. "Ist das Hörproblem auch nach ein bis zwei Tagen noch da, sollte man zum Arzt gehen", sagt Stanek. Ein Ohrschutz, beispielsweise Stöpsel oder Wachs, sei bei einem Konzert nicht unbedingt notwendig, Stanek empfiehlt dies allerdings Menschen, die bereits einen Hörsturz oder Tinnitus hatten.

Warm anziehen

Nicht nur die Lautstärke kann bei einem Konzertbesuch problematisch werden, sondern auch das Wetter – und das nicht nur bei Open-Air-Konzerten, wo die Besucher im schlimmsten Fall stundenlang im Regen ausharren. Oft sind auch bei Hallenkonzerten lange Wartezeiten im Freien vor dem Einlass unvermeidlich. "Viele Konzertbesucher unterschätzen das und ziehen sich zu dünn an", sagt Dr. Ralph Eisenstein. Der Allgemeinmediziner aus Düsseldorf hält gutes Schuhwerk für besonders wichtig. "Bei langen Wartezeiten ohne viel Bewegung kriecht die Kälte über den Boden in den Körper", sagt er. "Gute Einlegesohlen aus Alu können das verhindern." Außerdem sollte die Kleidung für das Konzert nach dem so genannten "Zwiebel-Prinzip" zusammengestellt werden: viele dünne Schichten. "So kann man bei steigenden Temperaturen ein Kleidungsstück nach dem anderen ausziehen", erklärt der Mediziner. Denn während es draußen kalt ist, herrschen in der Halle oft extrem hohe Temperaturen. Dazu kommt dann noch die stickige, abgestandene Luft – bei manchen Konzertbesuchern macht da der Kreislauf schlapp, einige fallen sogar in Ohnmacht.

Wasser trinken

"Man sollte deshalb immer darauf achten, genug zu trinken", sagt Ralph Eisenstein. "Aber keinen Alkohol, der trägt nicht dazu bei, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen." Geeignet seien Mineralwasser und Apfelschorle. Wer dann noch vor der Abfahrt genug gegessen hat, der kann das Konzert der Lieblingsband unbesorgt genießen.

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