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Energie
Das Kraftwerk vor der eigenen Haustür
Energie: Das Kraftwerk vor der eigenen Haustür
Mit Solar-Paneln bestückte Carports können einen wertvollen Beitrag zur Energieversorgung des Anlagenbetreibers beisteuern. So amortisiert sich der Anschaffungspreis. FOTO: SolarWorld AG
Das Auto ist vor Witterungen geschützt und zudem entsteht sauberer Strom. Solar-Carports können sich doppelt lohnen. Von Vera Straub

Eine saubere Sache: Solar-Carports erzeugen Energie aus Sonne für zu Hause, bieten Witterungsschutz für das eigene Fahrzeug und können als Stromtankstelle genutzt werden. Das aus Solarstrommodulen bestehende "Zweitdach" ist gerade im Hinblick auf die Zukunft sinnvoll, denn schon bald sollen immer mehr Elektro- oder Hybridfahrzeuge auf den Straßen fahren.

Doch es gibt auch einen Nachteil: Auf der Nordseite des Hauses oder bei einer zu großen Verschattung durch Bäume oder Häuser liefert das Solar-Carport nicht den gewünschten Effekt.

Doppelter Gewinn Strom zum Festpreis über einen Zeitraum von 20 Jahren erhält, wer den erzeugten Solarstrom im Haus selbst verbraucht oder in das öffentliche Stromnetz einspeist. Die Grundlage dafür hat der Gesetzgeber mit dem Erneuerbare-Energie-Gesetz geschaffen.

Seit dem 1. Oktober 2012 erhält ein Anlagenbetreiber für den Carport-Strom – und Strom aus jeder anderen Aufdachanlage – 33,03 Cent pro Kilowattstunde. Interessenten sollten sich dennoch vorsichtshalber an ihren lokalen Energieversorger wenden und ganz offen mit ihm über die Vergütung sprechen. Ein Solar-Carport ist also eine Unterstellkonstruktion, die Rendite abwirft, mit der sich der Anschaffungspreis amortisiert. "Die steuerliche Absetzbarkeit und die Abschreibung sollten im Vorfeld mit einem Steuerberater besprochen werden", rät Klaus Vorwald vom Düsseldorfer Holzbau. "Das Steuerrecht bei einem Solar-Carport ist kompliziert. Ob eine Zuschuss-Förderung durch die Gemeinde möglich ist, sollte vor Ort erfragt werden", ergänzt der Fachmann.

Vielseitig "Bei den steigenden Strompreisen wird es zunehmend attraktiver, seinen Strom selbst herzustellen", weiß Klaus Vorwald. Als Vertriebsmitarbeiter der SunCarports von SolarWorld kennt er die steigende Nachfrage.

Viele Dachflächen, etwa von Wohnhäusern, sind nicht dafür geeignet, die Photovoltaik-Module aufzunehmen. Häufig gibt es Dachgauben oder Dachfenster. "Wenn man die Anschaffung von Elektrofahrzeugen plant, ist ein Solar-Carport eine sinnvolle Zukunftsinvestition", sagt Vorwald. Allerdings nicht nur dann: "Der Solarstrom ist universell nutzbar. Ein Wechselrichter wandelt ihn in 220V-Wechselstrom um. Damit kann auch die Waschmaschine betrieben werden."

Außerdem gebe es bereits interessante Speichersysteme auf dem Markt, so dass der Strom unabhängig von der Sonneneinstrahlung genutzt werden kann.

Leistung Mit einer Leistung von 2 kWp (Kilowatt-Peak) liegt der durchschnittliche jährliche Ertrag eines Carports mit neun Solarstrommodulen auf dem Dach bei 2000 Kilowattstunden. Das ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz, denn mit dem erzeugten Solarstrom werden der Umwelt rund 1,4 Tonnen klimaschädliches CO2 erspart. Bis 2020 soll sich der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch auf mindestens 30 Prozent erhöhen und auch danach kontinuierlich gesteigert werden. Bis 2030 soll rund die Hälfte des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen.

Installation Der Kauf eines Solar-Carports setzt gute Planung voraus. Wenn die Anschaffung ansteht, ist es sinnvoll, mehrere Angebote einzuholen und Preise zu vergleichen.

Grundsätzlich sollten Aufbau und Anschluss – abgesehen von Fertigbausätzen – von einem Fachinstallateur durchgeführt werden, damit der Solar-Carport die optimale Leistung erbringt. Der Aufwand richtet sich nach zahlreichen Bedingungen: Es kommt darauf an, inwieweit der Parkplatz bereits erschlossen ist, ob es dort schon einen entsprechenden Anschluss gibt und wie weit die Kabel geführt werden müssen.

"Man braucht allerdings eine Baugenehmigung, das gilt für jedes Carport, das in Nordrhein-Westfalen errichtet werden soll", sagt Experte Klaus Vorwald.

Quelle: RP
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