Patrick Prehn
Der Mann, der die Praester Kicker ins kalte Wasser wirft
Patrick Prehn: Der Mann, der die Praester Kicker ins kalte Wasser wirft
Praester Fußballer freuen sich über die intensive Betreuung. FOTO: Stade, Klaus-Dieter
Fitness-Trainer Patrick Prehn arbeitet mit den modernsten Methoden.Er sorgt dafür, dass auch "Härtefälle" wieder in Bewegung kommen. Von Monika Hartjes

Ob verletzte Sportler, Büroarbeiter "mit Rücken" oder ein Senior nach einer Operation – Patrick Prehn weiß, wie der Mensch seine Fitness wieder erlangen und gesund werden kann. Der Diplomsportlehrer aus Praest hat schon vielen Menschen wieder auf die Beine geholfen. "Menschen in Bewegung zu bringen und zu halten, das ist mir ein wichtiges Anliegen", sagt der 39-jährige Fitnesstrainer.

Er wuchs drei Jahre lang in Hüthum auf, bevor die Familie 1976 nach Praest zog. Dort besuchte Patrick Prehn die Michael Grundschule, ehe er 1992 am Willibrord-Gymnasium sein Abitur machte. Danach erfüllte er sich einen großen Wunsch: Er zog mit Rucksack und den dortigen Überlandbussen kreuz und quer durch Amerika, Ost- und Westküste. San Francisco, Las Vegas, Miami, Chicago waren einige Stationen. Ein besonderes Highlight: "Ich schaute mir in Chicago das Eröffnungsspiel der Fußball-WM 1994 zwischen Deutschland und Bolivien an. Deutschland gewann 1:0."

Als Rucksacktourist durch die USA

Zwei Erkenntnisse habe er von dieser Reise mitgenommen. Als er in Charleston als einziger Weißer in einem Bus mitfuhr, merkte er, was eine Minderheit ist. "Obwohl keine Bedrohung da war, fühlte ich mich sehr unwohl." Die zweite Erkenntnis war besonders prägend: "Ich muss selber aktiv werden, um irgendwo hin zu kommen. Ich muss mich bewegen, um etwas zu erreichen."

Sport hat im Leben des Praesters immer eine große Rolle gespielt. Als Dreijähriger nahm ihn Nachbar Gerd Pollmann mit zum Fußballtraining der F-Jugend vom RSV Praest. Mit sieben Jahren trat er der DLRG bei. Er war zwölf Jahre, als er mit dem Judotraining beim TV Jahn Vrasselt begann. Prehn ist Braungurtträger in dieser Sportart. "Ich bin in keiner Sportart exzellent, aber in vielen oberer Durchschnitt", sagt er. Also ein echter Allrounder.

Das kam ihm zugute, als er sich 1994 für ein Studium an der Sporthochschule in Köln entschied: Die Aufnahmeprüfung war für ihn kein Problem. Parallel zum Studium war er seit 1997 im Allround Sports in Kleve tätig, ab September 1998 fest angestellt. Zum Thema für seine Diplomarbeit wählte er "Auswirkungen eines Ausdauertrainings auf Körper und Seele". Der Spinning-Trend war damals groß. So fand er genügend Probanten. Zu Beginn des Jahres 2000 absolvierte Prehn dann noch eine Ausbildung zum Bürokaufmann bei Alltours Flugreisen in Duisburg, die er in zwei Jahren beendete. In dieser Zeit richtete er dort eine Fitness-Anlage ein.2004 kam er dann wieder zu Allround Sports, wurde 2006 Abteilungsleiter, trat zwei Jahre später als Gesellschafter bei und ist seit April dieses Jahres Geschäftsführer.

Vorbild Mark Verstegen

Ein einschneidendes Erlebnis hatte er 2007, als er bei einer Fitness- und Bodybuilding-Messe einen Vortrag hielt und dabei den Fitnesscoach der Fußball-Nationalmannschaft, Mark Verstegen, kennen lernte. Der stellte ein neues Fitnessprogramm vor. Über vier Jahre bildete sich der Emmericher in Phoenix weiter und lernte eine Kombination aus Fitnesstraining und Physiotherapie kennen, die jetzt auch in Kleve angewandt werden soll.

Zum Fußball zurück kam er durch seine Söhne Linus (9) und Nils (7). Seit sieben Jahren trainiert er mit Torsten Passens die Mannschaft von Linus. "Wir legen viel Wert auf allgemeine Fitness, auch auf Schnelligkeit und Kraft." Vor fünf Jahren klopfte dann mal die erste Mannschaft an. Zuerst mit einem Spieler, der unter Rückenschmerzen litt. Daraus wurde dann eine langjährige Zusammenarbeit, die bekanntlich in diesem Jahr zum Aufstieg in die Landesliga führte. "Ich habe immer gerne mit Trainer Roland Kock zusammengearbeitet", so Prehn, der hauptsächlich für die Saisonvorbereitung zuständig ist.

Glücklicherweise kann der Diplomlehrer auf eine langjährige Erfahrung zurückgreifen. "Es ist immer schwer, die Gratwanderung zu schaffen zwischen dem, was ein Profisportler braucht und dem, was man auf einen Hobbysportler übertragen kann." Eines hat er in Praest eingeführt: das kalte Bad nach dem Training. Dafür wurde im hinteren Bereich des Sportplatzes speziell ein Pool aufgebaut. "Kaltes Wasser verkürzt die Regenerationszeit", so der Fachmann.

Ob der Übergewichtige, der abnehmen will oder der Bundesliga-Volleyballer, der höher springen möchte – sie alle kommen zu Patrick Prehn. Er bereitet Triathleten auf ihren Wettkampf vor, sorgt dafür, dass der Senior nach der Hüft-OP schnell wieder laufen kann und betreut Mitarbeiter eines Betriebes beim Firmen-Fitness-Lauf. "Bewegung und Gesundheit nehmen einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft ein", weiß er. Und er hält auch sich und seine Familie fit. Im Urlaub wird beispielsweise gewandert mit Ehefrau Yvonne und den beiden Jungs. Nur den steilen Weg auf die Zugspitze musste der sportliche Familienvater alleine erklimmen.

Quelle: RP
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