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Skateboard
Die Welt ist ein Brett
Skateboard: Die Welt ist ein Brett
Thilo Nawrocki kennt sich aus auf dem Brett. FOTO: tim korbmacher
Skateboard ist bis heute die einzige wahre Jugendkultur. Davon ist Titus Dittmann überzeugt. Dennoch zieht sich die Faszination heute durch alle Altersschichten. Der 63-Jährige erkannte früh, dass das Brett mit vier Rollen mehr ist als Sport und Freizeitbeschäftigung. Von Birthe Rosenau

1980 begann der Münsteraner, Skateboards aus den USA zu importieren: Um damit Schüler für den Sportunterricht zu versorgen. Seinen Skateboard-Handel "Titus" hat er inzwischen an seinen Sohn Julius übergeben, er selbst setzt sich heute mit der Stiftung Skate-Aid für Jugendliche in aller Welt ein. Doch Titus Dittmann beweist auch, dass Skateboarden keine Altersgrenze kennt. "Ich fahre mit dem Longboard immer noch gerne zum Brötchenholen", erzählt er.

Thilo Nawrocki (39), Betreiber des Titus-Shops in Düsseldorf und zweifacher deutscher Meister, und Enrico Gersin (23) vom Online-Skateshop skatedeluxe geben Tipps für Anfänger auf dem Brett.

Voraussetzungen

Ein Mindestmaß an Sportlichkeit braucht jeder Skateboard-Neuling. Bestimmte Voraussetzungen wie die Körpergröße oder das Alter sind jedoch nicht entscheidend. "Auch wenn Skateboarding zu den Funsportarten zählt, ist es sehr athletisch", sagt Enrico Gersin. Daher sind Kondition, Körperbeherrschung, Körperspannung und Balance von Vorteil. "Das kommt aber auch mit der Zeit, wenn man viel fährt", weiß Thilo Nawrocki.

Deck, Achsen, Rollen

Etwa 80 Euro sollte ein Anfänger laut Thilo Nawrocki in sein erstes Brett investieren. Ob das Skateboard zum zukünftigen Besitzer passt, probiert der am besten selbst aus. "Das Skateboard muss gut rollen und lenken", zählt er auf. Wer klein und leicht ist, braucht eher weichere Achsen und ein kleineres Board. Schoner und Helm sind laut Enrico Gersin für Anfänger Pflicht: "Auch, wenn die Schutzausrüstung aus der Skateboard-Szene mittlerweile fast verschwunden ist."

Gut gestylt

Weite Hosen, die in den Kniekehlen hängen, sind inzwischen in der Szene absolut out. "Die Klamotten sind deutlich enger geschnitten", erklärt Thilo Nawrocki. Drin bewegen können muss sich der Skateboarder natürlich trotzdem. Daher setzen die meisten Hersteller auf Stretch. "Natürlich versuchen die Labels den Lifestyle und das Selbstverständnis der Skater auf Klamotten und Schuhe zu bringen", weiß Enrico Gersin. Gerade in den Schuhen steckt jedoch viel Technologie: Kriterien für einen guten Schuh sind Leichtigkeit, Tragekomfort und Schockabsorbation. Und natürlich die Haltbarkeit. "Auf einem Skateboard steht man wie auf Schmirgelpapier", zieht Nawrocki den Vergleich.

Kleine Boardkunde

Große Unterschiede in der Beschaffenheit der Skateboards gibt es nicht. Sie alle bestehen aus sieben Lagen kanadischen Bergahorns, hochgezogenen Enden (Nose und Tail) und einer konkaven Wölbung in der Längsrichtung. Decks (Oberteile) gibt es allerdings in den unterschiedlichsten Breiten, die je nach Schuhgröße und Vorlieben zum Einsatz kommen. Die Wölbung wirkt sich auf das Fahrverhalten aus. Ein Sonderfall sind Longboards. Wie der Name schon sagt, sind sie länger und haben einen größeren Achsabstand. Sie sind weniger für Rampen und Bowls geeignet als fürs "Cruisen", also Touren auf dem Board.

Nicht ohne Ollie

Das Erfolgsrezept heißt üben, üben, üben. Zunächst natürlich sicher fahren, wenig, dann aber auch schon sicher fallen. "Wenn ich drei Stunden Skateboard fahre, stürze ich an die 50 Mal", sagt Thilo Nawrocki. Damit das in der Regel glimpflich ausgeht, empfiehlt er Anfängern einen Kurs in einer Skateboardschule, in der sie etwa das richtige Abrollen üben. Dann geht es an den ersten Trick, den "Ollie", auf dem alles andere basiert. Enrico Gersin erklärt, wie es geht: "Man drückt den hinteren Teil des Boards mit dem Fuß nach unten und zieht mit dem vorderen Fuß das Board in die Luft." Das Brett klebt dabei quasi an den Füßen.

Zusehen und lernen

Um schnell besser zu werden, schaut man in Skateparks am besten erfahrenen Boardern über die Schulter. "Es gibt auch gute Hefte mit Tricks. Oder man schaut sich Videos in Online-Plattformen an, die oft Tutorials anbieten", rät Enrico Gersin, "das Schwierigste am Skateboarden ist leider der Anfang."

 

Quelle: rps
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