Gesellschaft KGAL
Gute Chancen mit den Vielfliegern
Gesellschaft KGAL: Gute Chancen mit den Vielfliegern
Bei KGAL gehört auch der Airbus A319 ins Fonds-Portfolio. Das Modell ist auch bei der Flugbereitschaft der deutschen Luftwaffe im Einsatz. FOTO: BWB/Airbus
Die Gesellschaft KGAL hat mit Flugzeugen mittlerer Größe gute Erfahrungen gemacht. Die Maschinen werden weltweit von vielen Airlines genutzt. Das jährliche Passagierwachstum beträgt durchschnittlich fünf Prozent. Von Jürgen Grosche

Flugzeuge sind bei Investoren sehr beliebt: "Nach Immobilien ist dies die am stärksten nachgefragte Anlageklasse", stellt Gert Waltenbauer, Mitglied der Geschäftsführung der KGAL-Gruppe, fest.

Das mag zum einen daran liegen, dass die Luftfahrt als solche auf viele Menschen eine gewisse Faszination ausübt. Zudem bieten die Investments Anlegern Chancen auf gute Erträge.

Während der Schiffsmarkt zuletzt starke Verwerfungen erlebte, entwickelte sich das Flugzeug-Segment deutlich ruhiger. "Es verläuft seit 40 Jahren recht kontinuierlich", sagt Waltenbauer. Das jährliche Passagierwachstum beträgt durchschnittlich fünf Prozent, bedingt auch durch die zunehmende Vernetzung und Globalisierung. Flugzeug-Leasingverträge laufen zudem meist länger als Charterverträge für Schiffe. "Und Airlines verhandeln die Verträge nicht sofort nach, wenn sich die Marktbedingungen kurzfristig ändern", beobachtet Waltenbauer.

Ein weiterer Vorteil dieses Marktes: Der Leasingnehmer kümmert sich um alles rund um den Betrieb und trägt die Kosten dafür. Das macht das Investment berechenbarer, als wenn hier Unwägbarkeiten einzukalkulieren wären.

Innerhalb dieses Marktes setzt die KGAL zurzeit auf gängige Flugzeugtypen mittlerer Größe. Bei Boeing zum Beispiel ist das die B 737-Familie, bei Airbus die Typen A 319, 320 und 321. "Diese Maschinen werden weltweit von mehreren hundert Gesellschaften genutzt", erklärt Waltenbauer. Für diese im Markt weit verbreiteten Maschinen finden sich daher schnell auch Interessenten, wenn sie am Ende der Fonds-Laufzeit weitervermarktet werden sollen.

Zuvor habe die Fondsgesellschaft lange Zeit erfolgreich mit kleinen Regionalflugzeugen operiert, sagt Waltenbauer. Maschinen wie die Embraer 195, die Bombardier CRJ700 und CRJ900 oder die Turboprop-Flieger dienen den Airlines als kleine, effiziente Maschinen im Zubringerdienst.

In beiden Segmenten hat sich die KGAL viel Expertise erworben. Die Gesellschaft hat bereits 57 Publikumsfonds mit einem Investitionsvolumen von rund 2,6 Milliarden Euro und 60 Private Placements mit einem Investitionsvolumen von rund 3,1 Milliarden Euro im Flugzeugbereich realisiert. "Die Resultate sind überwiegend positiv", sagt Waltenbauer nicht ohne Stolz: "Zum Beispiel wurden die Prognosen für alle Publikumsfonds in diesem Assetbereich zu 96 Prozent erfüllt."

Die Fondsgesellschaft unterstreicht ihre Kompetenz im Flugzeugmarkt auch mit ihrem personellen Engagement: "Wir sind die einzige Fondsgesellschaft, die eigene Luftfahrt-Ingenieure beschäftigt", sagt Waltenbauer. Und seit 1998 arbeitet die KGAL in einem Joint Venture mit der Lufthansa zusammen. Das Gemeinschaftsunternehmen Goal (German Operating Aircraft Leasing) zählt nach Angaben von Waltenbauer in der operativen Flugzeug-Vermietung zu den Größten im Markt.

Die KGAL ist hier mit eigenem Geld engagiert. Die Gesellschaft hält 60 Prozent der Anteile, die Lufthansa 40 Prozent. "KGAL und Lufthansa realisieren in diesem Unternehmen gemeinsam Projekte, die über die reine Investition hinausgehen", erklärt Waltenbauer.

Es geht auch um den Betrieb, die technische Betreuung und die Vermarktung von Flugzeugen, aber auch um die Strukturierung von Flugzeugtransaktionen. Das von Goal entwickelte Dokumentenmanagement-System hat sich so gut bewährt, dass die Lufthansa es gekauft und für den Konzern übernommen hat.

Doch Waltenbauer blickt schon weiter in die Zukunft: "Wir haben für nächstes Jahr ein Flugzeug-Portfolio geplant." Anleger würden sich also nicht nur an einem Flugzeug beteiligen, sondern an einem Pool. Der Fondsexperte sieht in solchen Pools gute Chancen, wenn sie sauber gemacht werden. Denn ansonsten besteht die Gefahr, das schlechte Objekte die Ergebnisse der guten verwässern.

Generell sieht Waltenbauer den Flugzeugmarkt aus Anlegersicht auf gutem Weg. Portfolio-Lösungen hätten ebenso eine Zukunftschance wie der Einstieg in den Markt der Gebrauchtmaschinen. "Zunehmend interessant werden auch Kurzläufer-Fonds mit einer Laufzeit von fünf bis sechs Jahren." Viele Anleger ziehen solche Angebote den üblichen Laufzeiten von zehn Jahren vor.

Quelle: RP
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