Dr. Peters Gruppe
Immer auf der Suche nach interessanten Objekten
Dr. Peters Gruppe: Immer auf der Suche nach interessanten Objekten
Die Dortmunder Dr. Peters Gruppe hat bereits in acht A380-Flugzeuge investiert. Privatanleger sind daran durch Anteile an Geschlossenen Fonds beteiligt. FOTO: Dr. Peters Gruppe
Für die Fans ein Hingucker, ist der Airbus A380 für die Fluggesellschaften eine lukrative Angelegenheit. Sie kaufen solche Flugzeuge in der Regel nicht selbst, sondern leasen sie, zum Beispiel von Fondshäusern wie der Dr. Peters Gruppe. Von Jürgen Grosche

Noch immer schauen die Menschen erstaunt hin, wenn sie an einem Flughafen einen Airbus A380 erblicken. Seit fünf Jahren fliegt der Riesenvogel, der bis zu 840 Sitzplätze umfasst. Für die Fans ein Hingucker, ist die Maschine für die Fluggesellschaften eine lukrative Angelegenheit. Pro Passagier verbraucht der A380 deutlich weniger Kerosin als andere Langstreckenflieger.

Die Fluggesellschaften kaufen solche Maschinen in der Regel nicht selbst, sondern leasen sie, zum Beispiel von Fondshäusern wie der Dr. Peters Gruppe. Die Dortmunder haben bereits in acht A380-Flugzeuge investiert. Privatanleger sind daran durch Anteile an Geschlossenen Fonds beteiligt.

Im Gegensatz zu anderen Assets, vor allem Schiffen, waren die Flugzeugbeteiligungen bislang für die Anleger ein Gewinn: "Den ersten Fonds haben wir im Jahr 2007 aufgelegt. Nach fünf Jahren Erfahrung können wir feststellen, dass immer sieben bis acht Prozent pro Jahr ausbezahlt wurden", sagt Holger Römer, Leiter Unternehmenskommunikation der Dr. Peters Gruppe. Das Investment habe sich als wertstabil erwiesen.

Gerne würden die Emittenten die Erfolgsgeschichte fortsetzen. "Wir sind auf der Suche nach interessanten Investitionsobjekten. Aber derzeit gibt es leider kein geeignetes Produkt am Markt", bedauert Dr. Peter Lesniczak, Geschäftsführer bei Dr. Peters. Nicht dass es keine A380 zu kaufen gäbe. "Aber wir stellen besonders strikte Anforderungen." Und bevor das Emissionshaus hier Kompromisse eingeht, die den Anleger benachteiligen, verzichten die Fondsspezialisten lieber auf ein Engagement.

Der Hauptknackpunkt liegt darin, dass Dr. Peters in den Leasingverträgen so genannte full life-Konditionen verankern will. Sie besagen, dass der Leasingnehmer die Maschine am Ende der Laufzeit quasi im Neuzustand zurückgibt. In Flugzeugen werden alle Teile in fest definierten Abständen ausgetauscht – bis hin zur kleinsten Schraube. "Nach einer Laufzeit von zum Beispiel 13 Jahren müsste die Fluggesellschaft uns bei der full life-Vereinbarung eine komplett runderneuerte Maschine übergeben", erklärt Lesniczak.

Bei den bisherigen Fonds wurde das so vereinbart. "Wir pflegen gute Geschäftsbeziehungen zum Beispiel mit Air France und haben mit der Gesellschaft erfolgreich vier Verträge umgesetzt", sagt der Fondsexperte. Die Verträge mit der Airline enthalten die full life-Konditionen. Darüber hinaus hat sich Air France dazu verpflichtet, alle laufenden Kosten zu tragen. "So können wir langfristig kalkulieren und den Anlegern eine hohe Prognosesicherheit bieten."

Ohne eine solche Vereinbarung gäbe es einige Kostenrisiken. "So sind zum Beispiel die vier riesigen Triebwerke sehr wartungsintensiv", erklärt Lesniczak. Natürlich hat ein Flugzeug am Ende der Laufzeit zudem einen ganz anderen Wert, wenn es quasi wie neu zurückgegeben wird. Dennoch hat die Fondsgesellschaft einen Puffer in ihre Fondskonstruktionen eingebaut und in der Kalkulation lediglich half life-Konditionen zugrundegelegt.

Der Vorteil: Der Fonds baut während der Laufzeit hohe Liquiditätsreserven auf. Das wirke sich auch auf die Weitervermietung des Flugzeugs positiv aus, betont Lesniczak: "Wenn eine Fluggesellschaft spezielle Vorstellungen für die Kabine oder die Außenlackierung hat, können wir das vorfinanzieren."

Die Fondsgesellschaft kann also flexibler reagieren, als wenn keine Reserven da wären. "Das wäre uns zu defensiv, der Anschlussleasingnehmer wäre im strategischen Vorteil", sagt Lesniczak. Und falls der bisherige Leasingnehmer den Vertrag verlängern will, käme die angesparte Liquidität dem Anleger zugute.

Klingt alles nach einer sicheren Sache. Aber ein Punkt bleibt, räumt der Fondsspezialist ein: Das Investment ist eine unternehmerische Beteiligung. "Das Hauptrisiko liegt in der Bonität der Fluggesellschaft", erläutert Lesniczak. Auch dies ein Grund für die Fondsgesellschaft, neue Projekte nur mit ausgewählten Partnern umzusetzen. Die Spezialisten schauen sich daher weiter intensiv um. "Wir halten das einfach für eine spannende Branche."

Quelle: RP
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