Alternativen
Investieren in lukrative Nischen
Alternativen: Investieren in lukrative Nischen
Studentisches Wohnen statt Schiffsfonds – die MPC Capital AG investiert seit einiger Zeit unter anderem in Studenten-Apartments. Eines der ersten dieser Art steht an der Scharnhorststraße in Greifswald. FOTO: MPC Capital AG
Nischen bieten derzeit lukrative Investments, meinen die Sachwertexperten bei MPC Capital. Das Hamburger Emissionshaus investiert unter anderem in Studenten-Apartments. Von José Macias

Veränderte Marktbedingungen bergen Herausforderungen, bieten aber auch Chancen. Dieser Erkenntnis folgt auch eines der erfahrensten Emissionshäuser für Geschlossene Fonds in Deutschland. Jahrelang stand der Name MPC Capital AG vor allem für Büroimmobilien und Schiffe. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Hanseaten von ihrem Hauptsitz an der Hamburger Palmaille einen perfekten Blick auf die einfahrenden Schiffe in den Hamburger Hafen haben.

Doch neue Schiffsfonds sind angesichts der Krise der Schifffahrtsmärkte für Vorstand Alexander Betz kein Thema: "Wir planen im Moment keinen neuen Publikumsfonds im Schiffsbereich." Er sagt das mit einem Bedauern, denn der Marktkenner ist überzeugt: "Es wird wieder die Zeit der Schiffe kommen. Bis dahin konzentrieren wir uns auf das aktive Management der laufenden Fonds." Auch bei MPC Capital sind Schiffsfonds von der Krise betroffen, etliche Fälle hat das Unternehmen bereits restrukturiert. "Das anhaltend schlechte Marktumfeld belastet weiter viele Schiffsfonds", erläutert der Vorstand. "Es werden noch weitere Herausforderungen zu meistern sein."

Transparenz, das ist es, was Alexander Betz und seine Mitstreiter sich angesichts der Branchenkrise auf die Fahnen geschrieben haben. Begonnen hat er unter anderem mit der frühen Einführung von Produktinformationsblättern und Zwischenberichten. "Wir haben dafür zwar anfangs Kritik einstecken müssen, aber jetzt sehen wir uns bestätigt: an Transparenz führt kein Weg vorbei." Betz bezeichnet gerade Geschlossene Fonds als transparent, weil in den Prospekten alle wesentlichen Kennzahlen und Informationen wie z.B. zu Kosten enthalten seien. Auch er befürwortet, wie der Branchenverband VGF, eine strengere Regulierung: "Wenn jetzt einige Anbieter fordern, Kriterien für kleinere Anbieter aufzuweichen, dann führt das nicht zum Ziel: Kleine Autos müssen genauso zum TÜV wie große!"

Äußerst positiv entwickelt sich eine neue Assetklasse der Hanseaten – studentisches Wohnen. MPC Capital sieht sich hier als Pionier und hat mit den ersten Studenten-Wohnungs-Fonds auch das Interesse von Vertrieb und Anlegern geweckt. Mit geplanten jährlichen Auszahlungen von 5,75 Prozent hat sich das Unternehmen gut positioniert. Alexander Betz kommt regelrecht ins Schwärmen. "Wir sind von diesem Thema total begeistert. Die Fonds kommen mit ihrem mehrstufigen Sicherheitskonzept sehr gut an. Studentenapartments verbinden die Vorteile von Büroobjekten mit denen von Wohnimmobilien." MPC Capital arbeitet hier exklusiv mit dem führenden Anbieter Youniq zusammen. Gekauft wird zu günstigen Preisen bis zum 17fachen der Jahresmiete. "Zudem kaufen wir ja keine einzelne Wohnung, sondern ganze Apartmentanlagen, die sich gewerblich bewirtschaften lassen", ergänzt der Vorstand.

Zwar dauerte die Platzierung des Fonds im Zuge der Finanzkrise länger als in der Vergangenheit, doch MPC Capital plant im Rahmen der Kooperation mit Youniq weitere Fonds.

Für Alexander Betz haben diese Apartments eine große Zukunft – selbst wenn sie irgendwann nicht mehr von Studenten genutzt werden sollten. Die eigentliche Chance läge nicht in den hohen Studentenzahlen, sondern in der Struktur des deutschen Wohnimmobilienmarktes. Dieser ist mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent an 3-5-Zimmerwohnungen vor allem auf Familien ausgerichtet. Ein- oder Zweizimmerwohnungen für die zunehmende Zahl an Single-Haushalten sind dagegen äußerst knapp. "Schon jetzt haben wir eine hohe Nachfrage von Nicht-Studenten nach den Apartments."

Beim "kleinteiligen Wohnen" stimmten auch die Renditen, während gewerbliche Immobilien, klassische Wohnimmobilien und Auslandsimmobilien für die Hamburger derzeit kein Thema sind. "Zu teuer", winkt Alexander Betz ab. Bei Büroimmobilien prüft das Unternehmen ausschließlich A-Standorte in deutschen B-Städten, und auch für die Anlageklassen Energie und Infrastruktur sieht es für die Zukunft interessante Projekte.

Insgesamt zeigt sich der Vorstand zuversichtlich, was die Zukunft von Geschlossenen Fonds angeht. "Die Branche hat jetzt die Talsohle erreicht. Natürlich gibt es viele Anleger, die derzeit mit der Entwicklung ihrer Produkte nicht zufrieden sind – das liegt zum einen an der Marktentwicklung, aber oft auch an einer falschen Erwartungshaltung", argumentiert Betz.

"Geschlossene Fonds, die solide konzipiert sind, eignen sich für Anleger, die ihr Geld für zehn Jahre oder mehr gewinnbringend investieren möchten und für diese Zeit nicht darauf angewiesen sind: Die Renditeerwartung, aber eben auch das Risiko liegen dabei deutlich über der bzw. dem einer Kapitallebensversicherung, jedoch nicht höher als bei Aktien."

Quelle: RP
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