Konzert
Musik in besonderer Atmosphäre
Konzert: Musik in besonderer Atmosphäre
Gezielt gesetzte Effekte rücken Instrumentalisten und Sänger bei der Night of the proms in ein stimmungsvolles Licht. Das Publikum darf mitsingen und tanzen. FOTO: privat
Klassische Musik trifft Pop, Mozart auf Michael Jackson. Bei der Night of the proms reist das Publikum durch rund 300 Jahre Musikgeschichte. Von Dominique Schroller

Bei der Night of the proms trifft klassische Musik auf Pop, Arien auf Ohrwürmer, Frack auf Lederjacke und Mozart auf Michael Jackson. Diese besondere Mischung füllt seit rund 20 Jahren die Konzertsäle in ganz Europa. "Wer auch immer behauptet hat, dass Klassik trocken und ernst sein muss, hat unrecht", sagt Jan Vereecke, einer der Tourneeproduzenten und Erfinder der Erfolgsreihe.

Er ließ erstmals vor 26 Jahren in Belgien Streicher und Schlagzeug gemeinsam auf einer Bühne auftreten. In Deutschland wächst die Zahl der begeisterten Besucher stetig. "Durch uns sind in den vergangenen Jahren über sechs Millionen Menschen mit klassischer Musik in Berührung gekommen, die sonst vielleicht nie ein Konzert besuchen würden," betont der deutsche Veranstalter Dirk Hohmeyer. Er lässt sich selbst von der ausgelassenen Stimmung im Saal mitreißen. Weil das Publikum die Stücke kennt, gehört Mitsingen und Mitklatschen zum guten Ton. Immer wieder verwandeln Paare den Innenraum spontan in eine Tanzfläche.

"Wer solch eine, bei klassischen Konzerten äußerst seltene, offensichtliche Begeisterung einmal selbst miterlebt, kann davon nicht unbeeindruckt bleiben." Dabei geht es nicht darum, große Kompositionen neu zu beleben oder populäre Musik in einem anderen Rahmen zu präsentieren. Das Konzept basiert auf einer Klangreise zu den beliebtesten Stücken der vergangenen 300 Jahre.

Zu den musikalischen Gästen mit klingenden Namen gehören in diesem Winter Mick Hucknall, einst die Stimme von Simply Red, Anastacia, Jupiter Jones, Naturally 7 und Remy van Keesteren. Der Niederländer gehört zu den renommiertesten Harfenisten weltweit. Unterstützung bekommen sie vom Stammpersonal der Konzertveranstaltung, zu dem vor allem John Miles zählt. Seit 25 Jahren steht er bei den Proms auf der Bühne, sein Titel "Music" ist klanglicher Ausdruck ihrer Philosophie. Er begleitet die Gäste bei ihren Hits und präsentiert zudem jedes Jahr einen Klassiker in einer individuellen Interpretation.

Den Rhythmus für die Gäste aus Rock und Pop liefert seit Jahren die Electric Band. Die Musiker geben den ganz Großen des Geschäfts das Gefühl, ihre eigene Band stünde hinter ihnen. Für die klassischen Klänge ist das Orchester Il Novecento mit mehr als 75 Instrumentalisten verantwortlich. Das Ensemble lässt mit Leidenschaft Genregrenzen verschwimmen und unternimmt unter der Leitung von Robert Groslot immer wieder Ausflüge in die moderne Musik. Eine ausgefeilte Tontechnik und gezielte Lichteffekte sorgen für die spezielle Stimmung der Night of the proms.

Quelle: RP
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