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Bewegung
Spielend die Balance trainieren
Bewegung: Spielend die Balance trainieren
Die Koordination lässt sich beim Spielen nebenbei trainieren – zum Beispiel mit Bällen. FOTO: Erzi GmbH
In vielen Familien sieht Bewegung so aus: Aus dem Haus raus, ins Auto rein. Dann werden die Kinder zu Oma oder ins Einkaufszentrum kutschiert. Nach ein paar Stunden heißt es wieder: rein ins Auto, ab nach Hause.

 "Eltern haben dann das Gefühl, besonders viel mit ihren Kindern unternommen zu haben", sagt Regina Witte vom Verein Spiel Gut, der Spielsachen testet. Gelegenheit sich zu bewegen hatten Mädchen und Jungen dabei meist nicht – oder nicht genug. Die Folgen: Auf einem Bein stehen, balancieren oder rückwärts laufen fällt vielen Kindern schwer.

Dabei lassen sich diese Fähigkeiten beim Spielen nebenbei trainieren. Kipplige Scheiben aus Kunststoff oder Holz sollen Kindern beispielsweise dabei helfen, nicht aus der Balance zu geraten. Einige Hersteller statten die runden Platten mit unterschiedlichen Strukturen auf der Oberfläche aus: Noppen, kleine Quadrate, Wellen. So wird gleichzeitig die Fußmuskulatur geschult. Bei Spielen kommt es darauf an, dass Kinder sie selbst gestalten können: "Das Umbauen und Kombinieren ist wichtig", sagt Sportwissenschaftlerin Prof. Silke Sinning.

Denn zu überlegen, was man mit seinen Händen bauen kann, schule die Koordination. Sinning untersucht in einem Bewegungslabor regelmäßig, wie gut Kinder bei Gleichgewicht und Koordination sind. "Sie sind beim Rückwärtslaufen schlechter, beim Seilspringen oder beim Balancieren." Leichter falle ihnen die Bewegung auf rollenden Geräten, zum Beispiel Inline-Skates. "Wahrscheinlich, weil die heute in größerem Maße zur Verfügung stehen."

Ob ihr Kind in seiner Koordination eingeschränkt ist, können Eltern nicht auf Anhieb erkennen. Die Note im Schulsport sage wenig darüber aus. Hinweise gebe es aber, sagt Regina Witte: "Wenn es an bestimmte Spielgeräte nicht ran will, sich nicht traut oder sich oft wehtut." Werden Schwächen festgestellt, ist das kein Grund zur Panik: "Manche sind Spätzünder und können auch mit sieben oder acht Jahren noch lernen, ihren Körper zu kontrollieren", sagt Sinning. TMN

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