RP-Finanzforum Hamburg
Werterhalt für das Vermögen

RP-Finanzforum Hamburg: Werterhalt für das Vermögen
Die Teilnehmer am RP-Finanzforum Unabhängige Vermögensverwalter in Hamburg. FOTO: Alois Müller
Unabhängige Vermögensverwalter sind die Gewinner der Krise – und mit ihnen deren Kunden. Beim RP-Finanzforum in Hamburg zeigte sich, wo die Anlagespezialisten punkten können. Von Jürgen Grosche

Unabhängige Vermögensverwalter, Berater, Privatbanken – es gibt viele Akteure am Markt, die sich um die Geldanlage ihrer Kunden kümmern. Wie unterscheiden sie sich? Über die Stärken sprachen die Teilnehmer des RP-Finanzforums Unabhängige Vermögensverwalter in Hamburg.

Matthias Steinhauer, Concept Vermögensmanagement Seit 15 Jahren sind wir am Markt. Derzeit betreuen wir mit sechs Beratern unsere Kunden. Seit 2008 managen wir einen vermögensverwaltenden Fonds. Die Entwicklungen im Finanz- und Währungssystem bewerte ich mit Skepsis. Daher setzen wir auf Sachwerte, zum Beispiel Aktien, Edelmetalle und Immobilien. Wir verfolgen einen vermögensverwaltenden Ansatz und wollen das Vermögen erhalten. Kapitalerhalt ist natürlich ein hoher Anspruch. Aber unsere Kunden äußern sich zufrieden; sie sind positiv eingestellt.

Klaus Walczak, Ariad Asset Management Uns gibt es seit 2002; seit 2005 arbeiten wir auch mit Bafin-Lizenz für die Vermögensverwaltung. Direkt betreuen wir ausschließlich institutionelle Kunden. Wir konzentrieren uns auf Futures Strategien und auf Themen, die andere nicht im Blick haben. Wir entscheiden prognosefrei, denn wir managen keine Assets, sondern Risiken. Wir können auch auf fallende Märkte setzen, wodurch wir auch in den zurückliegenden Monaten überwiegend positive Erträge erzielen konnten.

Alexander Daniels, Knapp Voith Vermögensverwaltung Ich habe 1990 mit der privaten Vermögensverwaltung begonnen. 1999 gründeten wir zu viert ein Vermögensverwaltungsunternehmen. Als die Internetblase platzte, haben wir daraus gelernt und unsere Hausaufgaben gemacht. So konnten wir die Finanzkrise nach der Lehman-Pleite sehr gut überstehen. Durch unser sehr transparentes Monitoring und Reporting beruhigen wir die Kunden. Wir sagen ihnen, dass es keine risikofreie Assetklasse gibt. Auch bei Staatsanleihen beobachten wir eine Blasenbildung, irgendwann auch bei Gold. Daher ist es wichtig, so breit wie möglich zu streuen.

Thomas Lange, Lange Assets & Consulting Wir sind seit 2005 am Markt und setzen auf drei Standbeine: Vermögensverwaltung, Fondsmanagement und die Private-Label-Verwaltung für eine Bank. Die Stimmung bei uns ist nicht schlecht. Wir hatten prognostiziert, dass schwierige Zeiten kommen. Wir verfügen daher über die Liquidität, die wir jetzt brauchen. Ich sehe auch Positives in der gegenwärtigen Lage: Risiken werden wieder bezahlt. Zur Anlagestrategie gehört eine vernünftige Mischung. Man muss mehr tun als nur deutsche Staatsanleihen kaufen.

Thomas Acker, Spiekermann & Co. Wir sind seit zehn Jahren am Markt und im Nordwesten tätig. Unser Firmensitz ist Osnabrück; wir haben noch drei Filialen. Unsere Kunden sind zugleich unsere Eigentümer – 300 Aktionären gehört das Unternehmen. Wir tätigen die klassische Vermögens- beziehungsweise Portfolioverwaltung. Außerdem haben wir zwei Fonds aufgelegt – einen Stiftungsfonds und einen ebenfalls konservativ orientierten Fonds, der keine Staatsanleihen enthält und das Aktieninvestment breit streut. Anlageziel ist, das Vermögen möglichst vor Ausschlägen zu bewahren.

Jens Ammon, Honoris Treuhand Wir haben unser Unternehmen mit dem Schwerpunkt der Finanzplanung und Honorarberatung in Berlin 2005 gegründet. Seit 2009 sind wir ein von der BaFin lizensiertes Finanzinstitut und bieten seither auch die Vermögensverwaltung und Vermögensberatung für unsere Mandanten an. Unsere Kunden können entscheiden, ob wir das Management der Vermögensanlagen übernehmen sollen, oder ob die Kunden lieber selbstständig entscheiden, wobei wir mit Marktanalyse und Entscheidungsvorlagen unterstützen. Schwerpunkt ist das Honorarmodell, unabhängig von transaktionsabhängigen Provisionen. Wir prüfen zusammen mit unseren Kunden, welche Risiken und Strategien sich für das Vermögen bei unterschiedlichen Szenarien anbieten. Auf dieser Basis wird das Vermögen im Anschluss diversifiziert angelegt.

Andreas Heinrich, Hansen & Heinrich Wir befinden uns im elften Jahr. Seit 2005 haben wir die Zulassung für die Vermögensverwaltung. Das ist unser Kerngeschäft. Außerdem haben wir eine Versicherungsgesellschaft als Tochterunternehmen ausgegliedert. Wir wollen das Versicherungsgeschäft nicht mit der Vermögensverwaltung vermengen. Zudem haben wir vor vier Jahren zwei Fonds ins Leben gerufen. Ansonsten sind wir breit aufgestellt, wobei Sachwerte vorne liegen. Die Stimmung unserer Kunden ist angespannt, aber nicht ängstlich. Langjährige Kunden bleiben relativ ruhig.

Volker Kuhnwaldt, Hamburger Vermögen Wir betreiben die klassische Vermögensverwaltung und Vermögensberatung. Für das Jahr 2009 wurden wir zum Vermögensverwalter des Jahres gekürt. Wir haben zwei Publikumsfonds aufgelegt. 2008 brachten wir einen Vermögensverwalter-Fonds heraus, in diesem Jahr einen Fonds für asiatische Wachstumsaktien. Unsere Kunden reagieren typisch norddeutsch: ernst, aber gefasst. Sie spüren, dass mehr auf dem Spiel steht als bei der letzten Krise.

Björn Geidel, RBS (Structured Retail Sales) Wir betreuen Vermögensverwalter, Privatbanken, Sparkassen und Volksbanken primär im Bereich der strukturierten Produkte. Die gesunkene Risikobereitschaft vieler Anleger beobachten wir momentan vor allem durch das Meiden von kontinuierlichen Barrieren (wie bei einem klassischen Bonus-Zertifikat) und dem Wunsch nach ausschließlich endfälliger Barrierenbetrachtung (Bonus Pro, Aktienanleihe, Discount, Express etc.). Mit diesen Produkten ist man von einer Verletzung der Barrieren durch Kurseinbrüche vor Fälligkeit nicht betroffen.

Jürgen Koch, RBS (Public Distribution) Zu unseren Aufgaben gehört die Produktion unseres Magazins. Darin informieren wir unsere Kunden über aktuelle Entwicklungen an den Märkten. Wir haben 100 000 Leser in Deutschland und Österreich. In unserem Produktportfolio haben wir früh auf Emerging Markets und auf Rohstoffe gesetzt. Vor der Schuldenkrise haben wir lange gewarnt. Unsere Kunden sind Selbstentscheider und Vermögensverwalter. Bei den Selbstentscheidern beobachten wir die Sorge, dass die Bonität auch stabiler Länder in Gefahr gerät, es zu einem Inflationsschub kommt mit Folgen wie Kapitalflucht und Kapitalverkehrskontrollen.

Thomas Reinhold, Hauck & Aufhäuser Wir unterstützen Unabhängige Vermögensverwalter auch bei Marketing und Vertrieb ihrer Private-Label-Fonds. Vertriebspartner zeigen jetzt wieder ein zunehmendes Interesse an Aktien. Nach den jüngsten Kursverlusten fragen sich viele, ob eine Einstiegszone erreicht ist. Ziel ist, sich abzusichern gegen die ausufernde Verschuldung. Man sucht nach Unternehmen, die unverzichtbare Produkte und Dienstleistungen anbieten, also auch in der Krise Geld verdienen und die nach der Krise noch existieren. Vermögensverwalter besitzen innovative Fondskonzepte, die dafür eine Lösung bieten.

Michael Gillessen, Hauck & Aufhäuser Wir sind als Bank für die Unabhängigen Vermögensverwalter tätig. Mit einem Marktanteil von circa 25 Prozent ist dies ein wichtiges Kerngeschäft der Bank. Wir arbeiten mit den Vermögensverwaltern als Sparringspartner, als strategischer Partner und als Unternehmensberater zusammen und unterstützen sie bei Fragen zu Anlagestrategien, Steuer-Themen, Private-Label-Fonds und vielem mehr. Bei den Kunden beobachten wir, dass Strategien, die Risikioabsicherungen vorsehen, besser durch die Krise kommen. Unabhängige Vermögensverwalter sind die Gewinner der Krise, denn ihre Kunden bekommen, was sie wünschen: transparente Strategien und Werterhalt.

 

Quelle: NGZ
 
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