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Dinslaken
100 Fotos, 100 Wünsche - Gesichter eines Stadtteils

Dinslaken: 100 Fotos, 100 Wünsche - Gesichter eines Stadtteils
FOTO: Heiko Kempken
Dinslaken. Das Forum Lohberg stellt Menschen vor, die mehr verbindet, als man auf den ersten Blick vermuten würde Von Bettina Schack

Was haben eine angehende Erzieherin und die erste Trompete im Posaunenchor gemeinsam? Was eine Einjährige und eine 99-Jährige? Wer es erfahren möchte, sollte ab Donnerstag einen Blick auf die Bauzäune werfen, die seit gestern im großen Saal des Ledigenheims aufgebaut sind. Die stehen nämlich nur für eine symbolische Baustelle, und an ihnen hängen die Schwarzweißfotos, die diese ungewöhnlichen Paare zusammenführten.

Was sie verbindet, ist der Bezug zu Lohberg - und eine einfache Zahlenspielerei. Das Projekt Lohberg 100 des Forums Lohberg zeigt als "wahres Gesicht eines Stadtteils" 100 Lohberger aus 100 Jahren. Und das Alter zweier Porträtierter, die in der Ausstellung, die am Donnerstag, 12. Mai, um 18 Uhr eröffnet wird, ergibt immer 100 Jahre.

Mit einer Ausnahme: Wanda Pischel aus dem Alfred-Delp-Haus, die in Lohberg aufwuchs, ist 102. "Unser Joker", freut sich Philipp Stempel, der das Projekt mitorganisierte.

100 Fotos, aufgenommen von Profis und Hobbyfotografen, die vor der "Königsdisziplin" Porträtfotografie einen eigens für das Projekt angebotenen VHS-Kurs von Axel Wolff besuchten.

100 Fotos. 100 Wünsche, die die Porträtierten formulieren sollten. 100 Geschichten. Wie die von Heinrich Sürig (92), der mit dem Akkordeon in der Hand erzählte, dass er just auf diese Weise den Empfang von Bundespräsident Heinrich Lübke in Lohberg rettete, weil die ursprünglich bestellte Kapelle ausfiel. Oder die Erlebnisse von Lehrer Rainer Höpken, der als Fotograf mehr als einmal auf ehemalige Grundschüler aus seinen Klassen traf.

Kennen lernen können die Besucher bei der Ausstellung die einjährige Elif Naz Kirli, deren erster Name der erste Buchstabe des Korans ist und deren zweiter Name "verwöhnte Prinzessin" bedeutet. Kübra Buyat, die der Liebe wegen nach Lohberg zog und von ihren Freunden "wegen der Salafistensache" gefragt wurde, wie sie dort nur leben könne. Die Ausstellung zeigt ein ganz anderes Gesicht Lohbergs.

Und viel Verbindendes. "Die Wünsche ändern sich eher nach dem Alter", stellte Philipp Stempel fest: "Mit zwei will man Mickey Mouse treffen, später einen guten Job und Familie, dann reisen und im Alter zählt die Gesundheit."

Quelle: RP
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