| 00.00 Uhr

Voerde
250-Kilo-Bombe in Voerde entschärft

Voerde: 250-Kilo-Bombe in Voerde entschärft
FOTO: Heinz Schild
Voerde. Bei Erdarbeiten im Bereich der Frankfurter Straße ist gestern Mittag eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Der Kampfmittelräumdienst entschärfte sie noch am Abend. Von Heinz Schild und Jörg Werner

Bombenfunde am Niederrhein sind zwar nicht alltägliches Geschäft, sorgen aber eher selten für größere Aufregung. So löste auch der Fund gestern in Voerde vielfach eingeübte Routineabläufe aus. Der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Düsseldorf rückte an, machte sich ein Bild von der Lage und entschied sich in Absprache mit der Stadt, die Bombe noch am Abend zu entschärfen.

Im Umkreis von 250 Metern mussten Anwohner vorsichtshalber ihre Häuser verlassen. Wie schnell feststand, waren das nicht allzu viele. Beim betroffenen Bereich handelt es sich, wie Voerdes Erster Beigeordneter Wilfried Limke der Rheinischen Post sagte, um ein typisch dünn besiedeltes Randgebiet. Es galt, 97 Bewohner aus 30 Haushalten in Sicherheit zu bringen. Während der Kampfmittelräumdienst die Fundstelle der Bombe weiträumig absperrte, informierte die Stadt in Zusammenarbeit mit mit Polizei und Feuerwehr die Betroffenen und richtete im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses eine Anlaufstelle ein, in der sich die evakuierten Anwohner aufhalten konnten, während die Bombenexperten der Bezirksregierung ihre Arbeit taten. Etliche Anwohner zogen es allerdings vor, die Zeit bei Verwandten oder Freunden zu verbringen. Bis 18.20 Uhr hatten sich nur acht Anwohner im Rathaus eingefunden, wo bereits Getränke und Kekse für sie bereitstanden.

In einem weiteren Sicherheitsradius von 500 Metern um die Bombenfundstelle wurden die Anwohner gebeten, sich in ihren Wohnungen aufzuhalten, Türen und Fenster zu schließen. Erleichtert war die Stadt, dass das Seniorenzentrum "Altes Rathaus" nicht evakuiert werden musste. Wäre das der Fall gewesen, hätte die Aktion deutlich mehr Vorlauf gebraucht. "Dann", so sagte Limke, "hätten wir die Entschärfung womöglich auf den Folgetag verschoben."

So aber war um 19.36 Uhr bereits alles vorbei. Nachdem Feuerwerker Uwe Palmroth und Munitionsfacharbeiter Martin Ochmann vom Kampfmittelräumdienst Heck- und Kopfzünder der britischen Fliegerbombe erfolgreich entfernt hatten, war die Gefahr gebannt. Anschließend wurden der Heckzünder und der Detonator des Kopfzünders auf einem Feld auf der anderen Straßenseite der Fundstelle gesprengt - zu hören war ein lauter Knall. Nachdem Entwarnung gegeben worden war, wurden die Straßensperrungen aufgehoben, die Anwohner konnten in ihre Häuser zurückkehren. Darauf hatten etliche schon gewartet.

Das Kriegsrelikt verluden Uwe Palmroth und Martin Ochmann in ihren Transporter. Die britische Bombe kommt ins Zwischenlager nach Ratingen, von dort wird sie dann irgendwann zum Munitionszerlegebetrieb nach Hünxe gebracht. Dort wird der Sprengstoff, der noch in der Bombe ist, umweltverträglich vernichtet

"Es war wie immer sehr aufregend, alles hat reibungslos geklappt", sagte Feuerwerker Uwe Palmroth mit einem strahlenden Lächeln, nachdem die Fliegerbombe entschärft und verladen war.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Voerde: 250-Kilo-Bombe in Voerde entschärft


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.